Ich liebe das Internet! Aus vielerlei Gründen. Unter anderem lernt man dort (hier?) Menschen kennen, die man im normalen Leben vermutlich nie kennengelernt hätte.

Und so ist mir auch Peter-Jürg Saluz über den Weg gelaufen. Stimmt nicht … eigentlich war es genau umgekehrt, denn Peter war auf der Suche nach einem Foto von einer Kuh mit Hörnern. Auf meinem Blog (also hier) hat er es gefunden.

Wie dem auch sei … Peter und ich haben mittlerweile einen regen Mail-Kontakt, und hin und wieder schickt er mir seine Gedanken zum Leben im allgemeinen und auch speziellen. Weil mir diese Gedanken so gut gefallen, werde ich den einen oder anderen hier veröffentlichen. Heute fange ich damit an:

Die Taufe der DREI KÖNIGE

Man erwähnt sie – sozusagen konfessionsunabhängig – noch heute: Balthasar, Caspar und Melchior.
Ob die Boygroup The holy three kings überhaupt einmal existiert hat, entzieht sich meiner Erkenntnis. Eines aber ist sicher: Wenn die Drei je an biblischer Stätte aufgetreten sind, hat man sie dort nur einmal gesehen. Eine Rückkehr hat es auf jeden Fall nicht gegeben, und dieses Wissen inspiriert mich. Deshalb entsteht die kürzest mögliche Weihnachtsgeschichte. Diese beginnt mit einer Taufe, denn Kaspar, Melchior und Balthasar bekommen je einen neuen Namen. Sie heissen fortan Krieg, Not und Einsamkeit. Daher verstehen jetzt alle Menschen, weshalb es gut ist, wenn die drei Gestalten nie mehr, und insbesondere an Weihnachten nicht, zurückkommen.

Peter-Jürg Saluz


E-Mail von Peter-Jürg Saluz:
Da mir Renate Blaes den Zugang zu ihren Seiten gewährt, möchte ich an dieser Stelle darüber schreiben, dass mir die Freundschaft zwischen Deutschen und Schweizern sehr viel bedeutet. In meiner Familie wird sie seit Jahren gehegt und gepflegt. Das Angebot von Renate kommt mir daher sehr gelegen.

Im direkten Umgang mit unseren nördlichen Nachbarn sind wir Schweizer manchmal etwas gehemmt, weil unsere Zunge beim blitzschnellen Formulieren in der Hochsprache leicht aus dem Takt fällt, was im Umgang mit Österreichern sogar als angleichend und daher angenehm empfunden wird. Im Kontakt mit französisch oder italienisch sprechenden Nachbarn haben wir ohnehin kein Problem, denn dann bringen beide Seiten die nötige „Sprachtoleranz“ auf. Darüber will ich mich jetzt aber gar nicht auslassen, denn mein Fokus ist, wie eingangs erwähnt, auf Deutschland gerichtet.

Weil wir über die gemeinsame Landesgrenze hinaus auf gleicher Augenhöhe kommunizieren, muss sich in Deutschland und in der Schweiz niemand verstellen. Ehrliche Bewunderung darf man ungeschminkt zeigen, und angebrachte Kritik ist keineswegs verpönt. Auf menschlicher Ebene funktionieren die bilateralen Kontakte perfekt. Gegenseitiges Verständnis und Toleranz sind dafür eine gute Basis. Sie machen es sogar möglich, dass wir ohne Zwist, allerdings auch mit Festhalten an eigenen Standpunkten, über die EU sprechen können.

Meiner Familie und mir liegt Deutschland am Herzen. Deshalb verfolgen wir stets aufmerksam, was sich dort auf der politischen Bühne tut. Allerdings interessiert uns vor allem das Positive und nicht das Parteiengezänk, denn davon gibt es bei uns schon mehr als genug. Den deutschen Medien würden wir allerdings unsere Optik und entsprechend positive schweizerische Gesprächsteilnehmer wünschen. Wenn Maybrit Illner, Sandra Maischberger, Anne Will + Co. immer nur die Blochers, Mörgelis und Köppels zu sich einladen, bleibt der deutsche Blick in Richtung Schweiz getrübt. Die vernünftige Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer fühlt sich dann unrepräsentiert und unverstanden. Das muss doch nicht sein, denn auch hierzulande gibt es Menschen wie Jürgen Trittin, der in unseren Augen den charaktervollen. glaubwürdigen und charismatischen Deutschen so perfekt repräsentiert. Suchet, so werdet ihr finden, würde ich daher den für die Talkshows Verantwortlichen gerne ins Stammbuch schreiben.

Eigentlich ist alles, was hier steht, gar nicht wichtig. Es genügt, dass man in Deutschland wahrnimmt, wie sehr unsere Nachbarn von uns „normalen“ Schweizern geschätzt werden. Zum beispielhaften Jürgen Trittin muss ich aber doch noch etwas sagen. Er konnte gar nicht anders als gut werden, denn er ist am gleichen Tag wie meine Frau zur Welt gekommen. Deshalb haben die beiden in diesem Jahr sogar Geburtstagswünsche ausgetauscht.

Wer weiß jetzt noch nicht, was grenzüberschreitende Volksnähe und Freundschaft bedeutet?

Darf ich vorstellen: Peter-Jürg Saluz

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