Unternehmerbiografie: Der kleine Weiler

In den vergangenen Jahren war ich damit beschäftigt, die Lebensgeschichte des Unternehmers Erwin Kaeß aufzuschreiben. Der Mann hat es vom Bauernjungen zum Millionär geschafft – mit Fleiß, Kreativität und mit Hilfe seiner Frau.

Ich werde hier jeden Samstag ein Kapitel aus dem Buch veröffentlichen und fange heute mit dem ersten an.

Der kleine Weiler

15. Februar 1821. Mit handschriftlicher Urkunde des königlichen Landgerichts wurde Johann Georg Kaeß »die gebethene Auswanderungs-Erlaubniß nach Isigatweiler in dem fürstlich Hohenzollern-Sigmaringischen Obervogteiamte Achberg zum Behuf seiner dortigen Ansäßigmachung und Verehlichung ertheilt«.
So vermählte sich kurze Zeit später der Sohn des Bauern Gallus Kaeß mit der Bauerstochter Josefa Hepperle und heiratete mit einem Vermögen von 2.000 Gulden samt einer Aussteuer in den »4-rößigen Schupflehenhof« ein. Der Begriff 4-rößig bezog sich auf die Größe eines Gehöftes, das so weitläufig war, dass vier Rösser nötig waren, um es bewirtschaften zu können. Dieser Schupflehenhof hatte also eine stattliche Größe. (mehr …)

Der kleine (Preis)Unterschied

Vor einigen Monaten habe ich mir einen Staubwedel gekauft, einen “nachfüllbaren” von SWIFFER. Einmal damit durch die Wohnung gewedelt, ist der Wedel voller Schmutz, kann also dem Mülleimer anvertraut werden.

Natürlich gibt es Ersatz. Bei Drogeriemärkten zum Beispiel. Bei DM kosten 9 Ersatzwedel 4,50 Euro.

Heute gab es Ersatzwedel bei ALDI. 6 Stück für 0,99 Euro.

staubwedel

links Swiffer, rechts Aldi

Einen davon habe ich gleich ausprobiert und mein Arbeitszimmer durchgewedelt (viele Bücher!). Ergebnis: das gleiche wie bei den Swiffer-Wedeln.

Unterschied ist, dass der von Swiffer parfümiert ist. Brauche ich aber nicht. Überhaupt frage ich mich, WER um Gottes willen braucht einen parfümierten Staubwedel?

Der relevante Unterschied ist also einzig und allein der Preis. Und der ist gewaltig. Bei Aldi kostet ein Wedel 17 Cent. Der von Swiffer bei DM hingegen schlappe 50 Cent. Also dreimal so viel!

Sag mir, wo die Blumen sind – über die Tristesse der Vorgärten

Im Zusammenhang mit der Aktion “Rettet die Bienen” schlagen die Wellen zur Zeit ja sehr hoch. Und die Bauern wehren sich. Bauern, auf deren Wiesen kaum noch eine Blume zu sehen ist – was vor nicht allzu langer Zeit noch anders war. Da waren die Wiesen im Sommer bunt – heute sind sie überwiegend grün. Bis auf wenige Ausnahmen, zum Beispiel diese hier: eine Wiese vor Schondorf, die dem Landschulheim gehört und wo Blumen nicht mit Pestiziden ausgerottet werden.

sommerblume mit Pelzbiene
Hier freut sich eine Pelzbiene über den Nektar in einer Witwenblume.

In einer Leserzuschrift im Landsberger Tagblatt zum Thema Bienen retten wies gestern der Vorsitzende des Gartenbauvereins Schwabmünchen, Josef Wehringer, darauf hin, dass die Blumen nicht nur aus den Wiesen verschwinden, sondern auch aus den Vorgärten. Das stimmt und ist besonders gut hier in Schondorf zu beobachten, wo die Reichen und Schönen die Vorgärten ihrer Villen nicht mit Blumen schmücken, sondern Steinwüsten anlegen, in denen Koniferen ihr tristes Leben fristen.

Vor ein paar Jahren kam unser Hausmeister auf die grandiose Idee, unseren kleinen Vorgarten plattzumachen. Er schlug vor, sämtliche Pflanzen und Blumen rauszureißen, eine Plane auf die Erde legen und mit Steinen beschütten. Hie und da könne man ein Loch zwischen die Steine hacken und eine immergrüne Pflanze reinstecken. Als Begründung sagte der pfiffige Mann, auf diese Weise könne man dem Unkraut den Garaus machen. Offensichtlich war er zu faul sich zu bücken, denn er wird u. a. für die Gartenpflege bezahlt.

Als ich von seinem Plan bezüglich des Vorgärtchens hörte, wurde ich sehr wütend und machte der Hausgemeinschaft das Angebot, mich um den Vorgarten selbst kümmern. Unentgeltlich!

Mein Angebot wurde angenommen, und im Vorgarten summen und brummen von April bis Oktober Bienen, Hummeln und andere Insekten und naschen vom leckeren und lebensnotwendigen Nektar.

Am anderen Ende des Grundstücks konnte der Hausmeister seinen Plan übrigens umsetzen, und dort sieht es nun so aus: