Was macht Jeff Bezos eigentlich mit seinem unglaublich hohen Vermögen? 120 Milliarden ist er schwer. Kommt es da noch auf eine Milliarde mehr oder weniger an? Ich denke nicht. Dieser Mann kann sich alles kaufen, was er will. Und an der Corona-Krise verdient er sich ‘ne goldene Nase – mit seinem Online-Laden.

Ich hoffe, dass er wenigstens zufrieden ist. Und dankbar. Und demütig. Und sozial eingestellt. Betrachtet man die Berichte über die Knechtschaft der Amazon-Mitarbeiter, sieht es nicht so aus, als sei Letzeres der Fall.

Beim Googeln habe ich entdeckt, dass er 9,2 Milliarden für einen Umweltfond spendiert hat. Gut! Aber das sind nicht mal 10 % seiner Kohle. Warum “spendet” er nicht weitere 9,2 Milliarden seinen Mitarbeitern? Dann hätte er immer noch 100 Milliarden.

Was macht man mit so unvorstellbar viel Geld?

Noch ‘ne Villa? Noch ‘ne Yacht? Noch mehr Champagner? Kaviar zum Frühstück? Austern zum Dinner? Rauschende Feste mit anderen Reichen (oder Schmarotzern und Arschkriechern)?

Macht Geld zufrieden? Ich weiß, dass es nicht der Fall ist. Ein Mensch ist dann zufrieden, wenn er sich keine Sorgen machen muss. Wenn er ein Dach über dem Kopf hat und sich was zu essen kaufen kann. Gesundheit spielt ebenfalls eine große Rolle. Soziale Anerkennung genauso. Wertschätzung umso mehr.

Ich kenne einen Unternehmer persönlich, der kein Milliardär, aber Millionär ist. Der hat mir vor einiger Zeit gesagt, er kann gar nicht verhindern, jedes Jahr eine halbe Million mehr auf seinem Konto zu haben. Das Geld vermehrt sich einfach von allein.

Glückwunsch!

Bei mir ist das nicht der Fall. Ich muss für jeden neuen Cent arbeiten. Trotzdem – oder gerade deshalb – bin ich zufrieden. Ich freue mich über neue Aufträge und angenehme Kunden/Autoren. Ich habe Spaß an meiner Arbeit, entwickle zur Zeit fast täglich neue Kochrezepte und gehe nach wie vor regelmäßig joggen. Und jeden Morgen freue ich mich über den Blick auf den Ammersee.

Das ist mein Leben. So gefällt es mir.

Ich brauche keine Millionen. Erst recht keine Milliarden. Zufriedenheit kann man nicht kaufen. Glücksmomente erst recht nicht.

Und wohl dem, der so einen Herzöffner hat wie ich …

120 Milliarden Dollar

4 Kommentare zu „120 Milliarden Dollar

  • 1. April 2020 um 10:03
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    Renate, meine liebe, gute Freundin,

    es gibt doch diese schöne Phrase

    “Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr”.

    Du hast mit jedem einzelnen Wort Recht, aber nicht nur Jeff Bezos hat so viel Geld gehortet, wie einige unserer Mitbürger zur Zeit das Klopapier.

    In Deutschland gibt es sage und schreibe 141 Milliardäre, die reichsten 6 davon haben allein ein Vermögen von 121 Milliarden. Der Einzige, der davon immer wieder sehr viel abgibt, ist SAP Gründer Dietmar Hopp, der auf ca. 14 Milliarden Euro geschätzt wird.

    Nehmen wir dazu noch die Kirche, die im Jahr ca. 14 Milliarden allein an Kirchensteuer einnimmt.

    “In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Sie wird über das staatliche Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält dafür etwa drei Prozent des Steuereinkommens. Die Kirchensteuer ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Die Kirchen finanzieren aus den Einnahmen vor allem ihr Personal in Seelsorge, Schulen und sozialen Einrichtungen.”

    Im nächsten Leben werde ich Seelsorger.

    Man darf nicht ausrechnen, was man mit dem Geld dieser Reichen anfangen könnte, wenn jeder damit einverstanden wäre, mit einer ärmlichen Milliarde auskommen zu müssen.

    Das Problem ist die Eitelkeit dieser Menschen. Jeder will die Forbes Liste als reichster Mann der Welt anführen, das teuerste Schiff und das teuerste Flugzeug sein eigen nennen und deshalb ist es ihnen völlig egal, was mit dem Rest der Welt passiert.

    Im Moment leidet “fast” die komplette Welt unter dem Corona Virus. Und wer profitiert? Richtig, die, die ohnehin nicht wissen, wohin sie die nächste Milliarde legen sollen. Die Jeff Bezos und ALDIS, LIDLS, REWES dieser Welt.

    Mir soll niemand mehr kommen und sagen, dass das Leben gerecht ist. Das war es nie, ist es nicht und wird es auch nie sein.

    Liebe Grüße an den schönen Ammersee. Bleib gesund, liebe Freundin !!

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  • 1. April 2020 um 11:07
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    Leider hast du recht, lieber Manni!
    Bleib gesund, lieber Freund!
    Herzliche Grüße – von Renate

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  • 2. April 2020 um 17:45
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    Ich glaube, es gibt da Untersuchungen um den Zusammenhang von Glück und Einkommen. Wenn ich mich richtig erinnere, steigt die Lebenszufriedenheit erst einmal etwa linear mit dem Einkommen an. Ab etwa 60/70.000 pro Jahr flacht die Kurve dann recht schnell ab, und mit zehn Millionen ist man auch nicht zufriedener als mit einer Million.

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    • 2. April 2020 um 18:09
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      Ja, solche Studien über Zufriedenheit kenne ich auch. Und kann auch von mir selbst sagen, dass ich mit 20 nicht weniger zufrieden war, als ich heute bin. Damals lebte ich in einem 1-Zimmer-Apartment und hatte nicht mal ein Auto, sondern fuhr Fahrrad.
      Glück ist nicht von materiellen Dingen abhängig.
      Zufriedenheit ein bisschen, aber ich denke auch, dass es nicht darauf ankommt, wieviele Millionen auf dem Konto sind. Im Gegenteil.

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