Der Bundestag, das Gremium, das uns, das deutsche Volk, vertritt, ist gut durchmischt. So heißt es. Diese Aussage stimmt durchaus. Aber vermutlich nur wenigen ist die prozentuale Durchmischung bekannt. Und wenn man sich die mal genauer anschaut, sieht die Sache schon anders aus. Der Bundestag besteht nämlich zu fast einem Viertel aus Juristen!
Danach kommt ein riesiger Sprung nach unten, zu der Prozentzahl 5,5. Dahinter steht eine Berufsgruppe, die ich auch zu den Rechthabern zähle, die Lehrer, Gymnasiallehrer, genauer gesagt, denn die Hauptschullehrer werden separat gerechnet. Danach, mit 4,6 %, rangieren die Politologen und mit 4,2 % sind die Volkswirte vertreten. Die Ingenieure mit 3,2 %, danach “Verwaltungsfachleute”, ich vermute, das sind die Beamten, die mit 3,1 % vertreten sind. Danach geht’s weiter mit 2,4 % bei den Sozialarbeitern ….und so geht’s auf der Prozentleiter fröhlich weiter nach unten. Die kleinste Gruppe sind übrigens die Hauswirtschafts-leiterinnen. Die besteht aus 0,2 %. Nullkommazwei Prozent von 614 – das ergibt 1,23 Hauswirtschaftsleiterinnen. Wer da eine wertvolle Stütze der Gesellschaft gemeuchelt und in Stücke geteilt hat, konnte nicht ermittelt werden.
Gut durchmischt also, unsere Volksvertreter? Dass ich nicht lache, wir sind umzingelt von Juristen. Würde mich mal interessieren, warum das so ist. Gibt’s einen Soziologen unter meinen Lesern? Vielleicht wäre das aber auch eine Frage für einen Psychologen…
Hier übrigens der Link zur Statistik.
P. S.: Bei den Juristen ist vielleicht noch die Zuordnung der einzelnen Parteien interessant:
| CDU/CSU |
31,4 % |
| SPD |
17,6 % |
| FDP |
32,8 % |
| Grüne |
11,8 % |
| PDS |
13,0% |
Wer nichts wird, wird Wirt.Das kann man locker auf Oberschüler übertragen. Dass Abi in der Tasche, was nun? Einem Teil fällt dann regelmäßig das Studium der Juristerei ein, kann man sich damit doch über die nächsten Jahre retten. So kneipt man sich dann durch die Semester und nennt sich irgendwann Jurist.
Die Besten werden freiberuflicher Anwalt. Die Guten die auf Sicherheit setzen, schielen zur Staatsanwaltschaft und Industrie. Dann bleibt noch der Rest, der traurige, der nun auch nicht so richtig weiß – was nun?
Sie dienen sich den Parteien an, etwas anderes als Palavern haben sie auf dem Campus nicht zustande bekommen. So kommen sie denn nach Jahren, in denen sie als Parteisoldaten weiter Stroh droschen in die Parlamente. Sie sind nun Spezialisten für Stroh und Worthülsen. Analog mag man es auf die Lehrer etc. übertragen.
Liebe Renate, ich wünsche Dir zwei frohe Osterfeiertage und fröhliche Eiersuche.
Liebe Grüße
Bernd
Vielleicht sollte man eine Petition einreichen:
“Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass eine krasse Überrepräsentation einzelner Berufsgruppen im Bundestag verhindert wird.
Begründung:
So sind 23,3 Prozent der Bundestagsabgeordneten Juristen, was eine ganz und gar unmäßige Überrepräsentation darstellt. Nun ist es ja keineswegs so, dass davon der Bürger einen besonderen Nutzen hat, da es doch offenbar so ist, dass Juristen das natürliche Rechtsempfinden größtenteils abhanden gekommen scheint. Dies sieht man – unter anderem – daran, dass Anwälte sich nicht scheuen, ganz gegensätzliche Auffassungen darüber zu haben, was recht ist – je nachdem, wer sie bezahlt.”
Ich bin mir bewusst – aus durchsichtigen Gründen -, dass so eine Petition wenig Aussicht auf Erfolg hat.