schnittstelleheimagDer Landkreis Landsberg lädt für den Sommer 2017 im Rahmen der „Kreiskulturtage“ die gesamte regionale Kulturszene ein, eine Veranstaltung mit dem Titel „Schnittstelle Heimat“ zu gestalten. Diese Information habe ich eben gefunden und mir das Anmeldepapier dazu runtergeladen. Da darf man viel ausfüllen, unter anderem eine „Nutzungsrechteinräumung“.

schnittstelle-heimat

Jeder Kulturschaffende, der damit liebäugelt, an der Veranstaltung teilzunehmen, sollte diese „Nutzungsrechteinräumung“ sehr genau lesen, denn wer die unterschreibt, sollte sich im klaren sein, welche Rechte er abgibt:

 

1. Er räumt ohne Vergütung dem Veranstalter alle Rechte ein.

2. Er verzichtet auf Namensnennung!

3. Er erlaubt Bearbeitungen und Umgestaltungen seines Projektes

Weil ich ein Projekt habe, das sehr gut zu dieser Veranstaltung passen würde, wollte ich mich spontan anmelden. Aber als ich mir diese Nutzungsrechteinräumung Nutzungsrechtzumutung zu Gemüte geführt habe, habe ich dankend darauf verzichtet. Ich räume niemandem unbeschränkte Nutzungsrechte auf meine Projekte/Produkte ein – vor allem nicht mit den genannten Einschränkungen! Und ich frage mich in diesem Zusammenhang mal wieder, warum Menschen auf solch dreiste Weise ihre Urheberrechte missbrauchen lassen. Vermutlich aus der (frohen) Hoffnung heraus, sich auf diese Weise einen Namen machen zu können. Was meistens aber leider nicht funktioniert.

Irgendwie erinnert mich dieses Vorgehen an eine Ausschreibung, in der es darum ging, Schulkindern die Natur der Ammersee-Region nahezubringen. „Lernort Ammersee“ hieß das Projekt. Und wenn ich mir heute das mehr als dürftige Ergebnis anschaue, frage ich mich, was für Menschen die Verantwortlichen sind, die derart sinnvolle Projekte so verhunzen (lassen) … denn inhaltlich gibt diese Webseite wirklich nichts her.Im Gegenteil, sie ist nicht mal zur Hälfte mir Leben gefüllt. Und wenn ich daran denke, wie unser Projektvorschlag aussah, könnte ich weinen. Ich hatte ihn in Zusammenarbeit mit einer Biologin und zwei Lehrern ziemlich detailliert ausgearbeitet und bereits visualisiert – als funktionierende Webseite. Aber die wollte seinerzeit niemand (an)sehen, die wollten nur eine Zahl wissen – nämlich unser Honorar. Ich habe einen den Verantwortlichen, Markus Blacek, angerufen und wollte ihm unser Projekt präsentieren. „Nein, danke“, sagte Blacek. „Schicken Sie einfach nur den Kostenvoranschlag.“ Viele Monate später bekamen wir dann die Absage … allerdings erst, als ich telefonisch nachgefragt habe.

Erkenntnis: Mit Behörden zu arbeiten ist meiner vielfältigen Erfahrung nach wenig bis gar nicht erquickend.

„Schnittstelle Heimat“ – Aktion der Kreiskulturtage

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