Logitech – die rühmliche Ausnahme

Deutschland und seine Dienstleister … dazu habe ich meine spezielle Meinung, denn ich halte Deutschland für eine Dienstleistungswüste. Was mich immer wieder besonders ärgert, das ist die Tatsache, dass es kaum noch Service-Nummern gibt, die man mit normalen Telefengebühren bezahlt, sondern mit 0180er Nummern, die ein horrendes Geld kosten. Will man bei der Telecom eine Störung melden, so kostet das Geld, 25 Cent, glaube ich. Ist schon länger her, dass ich dort angerufen habe … eben aus diesem Grund. Sollen sie ihren Störungen doch selber auf die Schliche kommen! Denn wenn das Festnetz-Telefon streikt, benutze ich entweder mein Mobiltelefon oder ich benutze meinen Computer als Kommunikationsmedium.

Apropos Compuer … hat der ein Problem, rufe ich bei Apple an – für Schweinegeld! – und habe dann dort irgendwann – ich muss mir nämlich erst mal ne Weile irgendwelche Informationen anhören, die mich überhaupt nicht interesssieren – einen Servicemitarbeiter an der Strippe, stellt sich raus, dass dieser Mitarbeiter so gut wie keine Ahnung hat, weil er nämlich kein Fachmann ist, sondern ein “Angelernter”. Da weiß mein Computerfreak erheblich mehr als dieser “Fachmann”. Also, bei Apple ruf ich auch nicht mehr an.

Bei anderen Unternehmen ruf ich aus ähnlichen Gründen auch nicht mehr an, sondern stelle meine Fragen per Email. Und wenn meine Frage nicht ausreichend beantwortet wird, rufe ich auch nicht an, sondern bitte – per Email – um Rückruf. Manchmal findet der dann auch statt … wenn ich Glück habe.

Aber es gibt auch Ausnahmen. Und eine äußerst löbliche Ausnahme ist die Firma Logitech. Von der hatte (und habe) ich nämlich eine Computermaus. Und irgendwann hatte ich den Eindruck, das Mäuschen läuft nicht mehr so schnell wie gewohnt und ich suchte die Servicenummer von Logitech. Die fand ich sehr schnell auf den Maus-Prospekt, und ich war sehr erstaunt, denn es handelt sich um eine stinknormale Telefonnummer. Die wählte ich. Es klingelte bei Logitech und es ging auch sofort jemand ans Telefon – ohne irgendwelche blöden Informationen vorher. Am Apparat war ein Mann, ein Service-Ingenieur, wie sich schnell herausstellte. Also ein Fachmann, und keine angelernte Servicekraft. Diesen Fachmann fragte ich, ob es sein könne, dass meine Maus lahm geworden sei, im Laufe der Zeit. Ja, das könne durchaus sein, meinte der Mann. Aber es könne auch sein, dass für dieses lahme Mäuschen noch Garantie bestehe. Nein, erwiderte ich sofort, das könne keinesfalls sein, denn die Maus habe schließlich mehrere Jahre auf dem Buckel.

Ich solle die Maus doch mal auf den Rücken legen und nach der Seriennummer auf ihrem Bauch schauen. Gesagt, getan! “Die Maus hat noch Garantie”, sagte der Mann. Na, da war ich doch baff!

Er würde mir Ersatz schicken, meinte der Fachmann und ich bedankte mich sehr herzlich für das Gespräch.

Die Maus kam, eine schnuckelige schnurlose Maus, die mir allerdings ein bisschen zu klein war – für den täglichen Gebrauch. Doch sie kam mir wie gerufen für mein Laptop, mit dessen eingebautem Maus-Touchfeld (keine Ahnung, wie das korrekt heißt) ich so überhaupt nicht zurecht komme.

Ich rief also wieder bei Logitech an, bedankte mich für das niedliche Mäuschen und erkundigte mich nach einer anderen, großen Maus. Der Fachmann empfahl mir eine und sagte mir, “dafür bekommen Sie dreißig Prozent Rabatt.” Da war ich wieder platt, schließlich hatte ich ja bereits eine kostenlose Ersatzmaus bekommen.

Alles in allem finde ich den Service von Logitech im wahrsten Sinn des Wortes herausragend. Denn der Service dieser Firma ragt wirklich aus der Dienstleistungswüste heraus wie eine rettende Insel. Ich hoffe, das bleibt auch so, denn miserabler Service scheint sehr ansteckend zu sein – wenn man so um sich schaut.

6 Antworten auf Logitech – die rühmliche Ausnahme

  • Bernd sagt:

    Liebe Renate,
    das mit den Sondernummern und Callcentern bei Firmen und Ämtern ist eine Sauerei, die dem Anrufer unnötig Geld kostet. Über das Thema habe ich mich schon mal aufgeregt: http://blog.bernd-wohlers.de/telekommunikation-bei-der-agentur-fur-arbeit/

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße
    Bernd

  • renate sagt:

    Gott sei Dank gibt es auch Ausnahmen, lieber Bernd. Aber die sind wirklich selten.
    Lieber Gruß von Renate

  • Marianne sagt:

    Liebe Renate,

    Servicewüste Deutschland? Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben.
    ein Beispiel: Ich habe einen Nachsendeauftrag bei der Post für satte 12,50€ (25 Mark!!) geordert und erhalte mal Post und mal keine.
    Da unsere Straße so neu ist, dass sie nirgends eingetragen ist, also per GPS nicht gefunden wird, existiert sie faktisch für die Post nicht.
    Entweder kommt die Post an unsere alte Wohnungsadresse oder zu meiner Tochter im Nachbardorf Ertingen (2km) oder zu einer Straße hier in Erisdorf, die auch die Hausnummer 1 trägt.
    Und nun fahre ich täglich meine “Poststellen” an, um zu sehen, ob was da ist.
    Ganz verwirrend wird es bei Paketanlieferungen, die immer im Nachbardorf Binzwangen (4km) ankommen, in der Heuburgstraße, unsere Straße ist aber der Heuneburgblick.

    Muss heute nochmals reklamieren, da der Nachsendeauftrag nun nach 4-maliger Reklamation per Handy doch wieder falsch ausgeführt wurde mit einem Schreibfehler, sodaß ein völlig neuer Straßenname genannt wird.
    Unsere Tochter Geraldine hat zu Testzwecken letzten Montag eine Postkarte aus Tübingen an uns geschickt – bis heute irrt sie irgendwo rum.
    Da zusätzlich mein Telefonanschluss bis heute nicht funktionierte (dank Unvermögens der Telekom), konnte ich auch noch fast 14 Tage mit dem Handy agieren- ein teures Vergnügen.

  • renate sagt:

    Liebe Marianne,

    ein Bekannter von mir hat in seiner neu bezogenen Wohnung ein halbes Jahr (!) auf seinen Telefon- und Internetanschluss gewartet. Und das obwohl die dafür notwendige Technik im Haus installiert war!!! Es hätte bloß jemand die richtigen Knöpfe drücken müssen…

  • gokui sagt:

    jaja,

    diese schönen kleinen technischen leckerchen. dumm ist nur, wenn das internet auch nicht geht ! :-(

    ich beharre deshalb auch darauf weder den anbieter noch den tarif/ technik zu wechseln. versprechungen das alles “immer ganz problemlos verläuft” glaube ich aus erfahrung nicht mehr.

    einziger vorteil: man lernt tatsächlich hin und wieder neue nette leute kennen.

  • Pingback: Meine neues altes Logitech-Mäuschen : Renate Blaes

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