Lidlisierung oder: Big Brother is watching you
Vor über 30 Jahren habe ich das Buch “1984” von George Orwell gelesen. Damals dachte ich “was für eine utopische Vorstellung. Dabei muss man wissen, dass Orwell dieses Buch aber bereits 1949 geschrieben hat.
Zum Thema “big brother” schreibt die Süddeutsche Zeitung. Heute nennt man das aber “Lidlisierung“.











also,
die überwachung an sich halte ich nicht unbedingt für problematisch, jedenfalls nicht solange es auf dem WC bzw. umkleideräume stattfindet.
warum ?
ganz einfach: im grunde genommen hat jeder vorgesetzter auch schon in der vergangenheit seine untergebenen in irgendeiner weise “überwacht”. im grunde geommen geht es doch darum eien reibungslosen arbeitsablauf garantieren zu können. dazu gehört auch die überwachung in berreich diebstahl – dem eigentlichen sinn und zweck von überwachungskameras.
bei uns in den betriebsräumlichkeiten sind auch haufenweise kameras positioniert. gerade in sicherheitsrelevanten berreichen wie eingangsbereiche, diverse lager oder kritische arbeitplätze mit gefährdungspotential. ( jetzt muß allerdings dazu sagen, daß das im labormedizinischen bereich ist. ) da geht es um datenschutz der patienten und eben um sicherung der labormedizinischen gerätschaften, flüsigkeiten etc..
wer jetzt wann zur toilette geht und wie lange das wird allerdings nicht nachgehalte. jedenfalls nicht das ich wüßte.
aber gerade das sollte mal gemacht werden. zumindest in unserem bereich !
warum jetzt das wieder ?
ganz einfach, weil es eben leute gibt die unseren dirketen vorgsetzten mehr oder weniger veraschen. da kommen dann so recht seltsame aussagen zu stande, daß man einen zusätzliche probenabholung nicht machen könne, weil man keine zeit hat, und wenn man die selben personen dann quatschent und rauchend beim auto sieht, ist das schon merkwürdig.
andersrum werden dann – aber ganz geschickt natürlich – andere mitarbeiter angeschwärzt wenn sie mal etwas später kommen.
das problem ist doch ganz einfach das: wenn alle auch im sinne eines unternehmens arbeiten würden und somit auch ihren eigenen arbeitsplatz sichern, durch qualität und zuverlässigkeit – halt kundenservice – dann würde das problem nicht auftauchen. wir haben halt schon sehr viele freiheiten, aber die werden durch sowas dann “verspielt”.
Ich habe letztes Jahr eine junge Frau kennengelernt, die direkt nach ihrem Studium bei Lidl gearbeitet hat. Was die mir erzählt hat, war kaum zu glauben. Unter anderem: wer eine Woche Urlaub nimmt mit einem Feiertag drin, bekommt den Feiertag abgezogen bzw. fünf Tage Urlaub berechnet.
Die Munkeleien über Lidl kommen an die Tatsachen nicht heran …. erstaunlich, aber wahr.
nun das ist natürlich wieder was ganz anderes.
der rechtslage entsprechend dürfte sowas schlichtweg unzulässig sein.
wenn ich mir das jetzt so auf unseren job ummünzen würde, könnte man uns ja den samstag und den sonntag und alle anderen übrigen feiertage – ja sogar den 1 mai – urlaubsmäßig abziehen. denn in dem job wird immer gearbeitet – auch an sonn- u. feiertagen.
Lidl macht es aber -weil keiner dagegen klagt. Die machen noch ganz andere Dinge … dagegen traut sich keiner was zu tun, außer kündigen.
Ich glaube, dass das “Arbeiten im Sinne eines Unternehmens”, also im Interesse des Arbeitgebers, nur dann wieder Kultur wird, wenn umgekehrt der Arbeitgeber in seinen Leuten nicht nur Ausbeutungsobjekte sieht, die nach dem Prinzip ‘Maul halten und an die Arbeit’ zu funktionieren haben. Jeder Versuch, sich gegenseitig Dinge abzupressen oder zu stehlen, sei es unbezahlte Mehrarbeit, sei es unbezahltes Material, beschleunigt lediglich diese Abwärtsspirale.
Ein Abschwenken aus diesem Kreislauf ist nur mit einer neuen Ethik denkbar. Oder sollte es eine alte Ethik sein?
Aufgrund der wirtschaftlichen Situation sind die Unternehmen am längeren Hebel daheim- haben also die Macht. Und je fadenscheiniger die sozialen Netze sind, desto absoluter wird diese Macht.
Absolute Macht korrumpiert absolut.
Und das führt dann dazu, dass Kameras aufgestellt werden. Diese Macht ist so absolut, dass ich sogar glaube, dass tatsächlich niemals eine direkte Anweisung zur Bespitzelung gegeben werden muss, vielmehr reicht vermutlich den für die Aufstellung Verantwortlichen, dass sie spüren, im Sinne des Arbeitgebers zu handeln.
Der sich damit wiederum exkulpiert hat.
Und mir rollen sich gerade die Fußnägel auf…
Ja, liebe Lily, die “alte Ethik” sollte wieder her. Denn eine neue gibt es gar nicht – meinem Empfinden nach.
Ich meinem persönlichen Umfeld “darf” ich gerade beobachten, wie ein alt gedienter und erfolgreicher Manager vom neuen Aufsichtsrat gemobbt wird – auf eine Weise, die ich nicht fassen kann.
Schlimmer kann man einen bewährten Mitarbeiter (Vorstand) nicht behandeln. Lügen, Wahrheitsverdrehungen, Hinhalte-Taktik, Degradierung … Und dieser Mann kann aufgrund seines Alters (59) nur noch hilflos zuschauen … oder in Vorruhestand gehen. Die “Macht” hat halt der Aufsichtsrat … Es ist zum Kotzen!