“Ich kann nicht allein sein…“
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist der Männer- und Frauenanteil einigermaßen ausgewogen. Die meisten davon sind verheiratet oder haben eine Beziehung. Allerdings kenne ich auch einige Singles, und bei denen ist der Anteil überhaupt nicht ausgewogen, denn während die weiblichen Singles über einen längeren, und wie ich finde normalen, Zeitraum problemlos allein leben, scheint das Singledasein für die meisten Männer ein Alptraum zu sein.
“Ich kann einfach nicht allein sein”, sagt zum Beispiel ein Freund, den ich hier mal Otto nenne. Ich kenne Otto seit rund elf Jahren, und in dieser Zeit war er …. ich muss mal nachzählen … ja, in dieser Zeit war er sieben Mal über beide Ohren verliebt. Könnten auch acht Mal gewesen sein.
“Renate”, sagt Otto jedes Mal mit bedeutungsvollem Ton, “DAS ist die Richtige.”
“Otto”, gebe ich jedes Mal zur Antwort, “weißt Du, wie oft ich diesen Satz von dir schon gehört habe?”
“Nein”, sagt Otto, zieht die Schultern ein bisschen ein und schaut mich schuldbewusst an, weil er weiß, was ich als Nächstes sagen werde.
Nachdem ich ihm gesagt habe, was gesagt werden muss, sagt Otto stereotyp: “Aber dieses Mal ist es was anderes.”
Es dauert nicht lange, und Otto steht vor der Tür oder ruft an. Und dann erzählt er mir, dass die Dame immer noch ganz klasse sei, dass es nur dieses winzige Problem gäbe. Eigentlich gar nicht der Rede wert, aber trotzdem … so ganz ignorieren könne er es halt doch nicht. Aber er sei zuversichtlich, das – im Grunde lächerliche – Problem bald in den Griff zu kriegen.
Dieses “lächerliche” Problem stellt sich bei jeder Dame anders dar. Die eine hat nie Zeit, wenn er sie sehen möchte, erwartet von Otto umgekehrt aber, dass er sofort auf der Matte steht, wenn Madame der Sinn danach steht. Und weil Otto ein Frauenversteher ist, steht er natürlich auf der Matte.
Die nächste Dame hat einen auffallend innigen Kontakt zum Ex-Ehemann. Aber das sei überhaupt kein Grund zur Besorgnis, meint Otto. Und irrt sich schon wieder.
Die nächste Dame muss im früheren Leben Fahrlehrerin gewesen sein, denn sie erteilt Otto beim Autofahren ständig Anweisungen. Auch dieses winzige Problem entwickelt sich im Laufe der Monate zur Lawine, weil es sich nicht nur aufs Autofahren bezieht, sondern allmählich auch auf andere Lebensbereiche übergreift.
Und so geht es dahin. Ein lächerliches Problem jagt das andere. Und damit eine Dame die andere. Der zeitliche Raum zwischen den Traumfrauen beträgt jeweils nur wenige Wochen, wenn überhaupt. Denn Singlebörsen gibt es im Internet ja wie Sand am Meer.
Ob Otto jemals seiner Traumfrau begegnet, steht in den Sternen. Aber vielleicht beherzigt mal er meinen Rat, eine Zeit lang allein zu leben. Wirklich ganz allein. So wie viele Frauen es machen. Denn Frauen haben ganz eindeutig weniger Probleme mit dem Singledasein. Und ich denke, das liegt nicht nur daran, dass sie ihre Klamotten selber bügeln können.










Wenn der Otto mit sich selbst zufrieden wäre, wüsste was er will und was nicht und nicht einen anderen Menschen suchen würde, um irgendwelche Defizite auszugleichen, dann würde er auch nicht immer an Damen geraten, die ihn nach seiner Pfeife tanzen lassen wollen.
Ich meine ja nur…
Ich sehe es genau wie du, liebe Andrea.
Viele Grüße – Renate
Ja, und wenn die Renate wirklich mal was Interessantes zu erzählen hätte, dann müsste sie nicht in regelmäßigen Abständen die immer selben Geschichten erneut aufbraten.
hallo zusammen,
es ist doch die alte leier:
man kann nicht mit – aber auch nicht ohne.
dabei kann das leben so schön sein, wenn da nicht…
es kann schön sein, wenn man sein herz an jemanden verschenkt ohne etwas dafür zu erwarten.
doch in der heutigen zeit, wird immer etwas erwartet. man lebt in einer leistungs – u. erwartungswelt. er oder sie sieht zwar super aus, oder hat andere merkmale die mir gefallen, aber der rest…
und so kommt man zusammen und irgendwer fängt an am gegenüber herumzuschrauben/ herzuschrauben wollen.
dabei spielt es dann schon fast keine rolle mehr, oder dieser herumgeschraubte weiß was er will oder nicht. es macht die sache ansich nicht besser. unzufrieden werden alle sein. die einen, weil dieses ändern nicht funktioniert und der andere weil er es merkt und denkt sie/ er liebt mich nicht so wie ich bin.
bullshit.
jeder will doch einfach nur nähe und zuneigung. so einfach kann die welt sein. mehr braucht man nicht und mehr sollte an auch nicht erwarten. wenn jemand nicht kochen, bügeln oder beim auto öl nachschauen kann, dann sollte er lieber einen bezahlten dienstleister in anspruch nehmen, wenn auch nur unterbewusst, als sich dafür, einen geliebten menschen zu suchen.
arme seelen, leere herzen
ach noch was:
viel weibsvolk rennt dem traumprinzen hinterher. irgendwan merken sie dan den gibt es nicht und können mit dieser erkenntniss leben.
das mannsvolk aber ist von seinen hormonen ständig getrieben…
jedenfalls glauben sie´s, oder wollen es glauben.
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Liebe Renate, ein interessanter Artikel und interessante Meinungen, von den Sachverständigen der Spezi Mann, dazu.
Lieben Gruß
Bernd