Glückstränen
Glück, darunter versteht man leicht etwas ganz Großes, Gewaltiges, Überwältigendes. Ein Lottogewinn, die große Liebe, ein Superjob, eine Erbschaft, ein Traumauto, eine Traumreise, ein Traumhaus. Das meiste davon hat mit Geld oder materiellen Werten zu tun. Doch was ist Glück?
Für mich ist Glück zum Beispiel morgens der Blick auf den Ammersee und die Silhouette von Kloster Andechs. Dieser Blick stellt sich immer anders dar, und immer wieder durchfährt mich so ein schwer zu beschreibendes Gefühl von Dankbarkeit und dem plötzlichen Bewusstsein, was für wunderbare Momente für mich bereithält.
Glück sind für mich auch immer wieder meine Katzen. Kleine Momente der Wärme, der Nähe und Zuneigung. Ähnlich ist es mit Freunden oder Menschen, mit denen ich freundschaftlich verbunden bin. Ein Gleichklang der Gedanken, geistige Verbindung zwischen zwei Seelen in zwei Körpern, die für einen kurzen Moment aus den zwei Seelen eine machen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an eine Situation mit meiner Mutter, die schon lange nicht mehr lebt. Ich beobachtete sie gern – bei ihren alltäglichen Verrichtungen. Oft in der Küche. Sie stand am Herd oder der Anrichte und bereitete das Essen zu, oder nähte oder ging irgendeiner anderen, unwesentlichen Verrichtung nach. Nichts Besonderes war dabei – für einen unbeteiligten Betrachter. Aber für mich waren diese Situationen etwas ganz Besonderes. Und gerade in den letzten Jahren mit ihr genoss ich dieses heimliche Beobachten. Ich lag bequem hingestreckt auf der Eckbank in der Küche und schaute ihr zu. Meiner geliebten Mama, der kleinen, zarten Person. Ich fühlte mich uneingeschränkt geborgen und immer wieder durchfuhr mich dieses Gefühl, auch wieder so ein Gefühl der Dankbarkeit und des Bewusstseins, einen besonderen Moment zu erleben. Dabei wurde mir ganz warm innerlich, und eine tiefe Freude und Rührung zog durch meinen Körper.
Solche Momente sind Glücksmomente für mich. Sie dauern zwar oft nur Sekunden, aber sie bleiben nachhaltig in mir verankert und sind jederzeit wiederholbar – wenn ich es zulasse. Im Laufe der Jahre sind sie häufiger und stärker geworden. Heutzutage kommen mir manchmal Tränen vor Glück. In ganz unspektakulären Situationen, zum Beispiel zur Zeit, wenn ich das rasierte Bäuchlein meiner Katze Lili streichle. Sie wurde vor ein paar Wochen operiert und ich hatte große Angst um sie. Jetzt geht es ihr wieder gut, aber das Fell am Bäuchlein wächst sehr sehr langsam. Der Bauch hat gar kein Fall, sondern nur einen zarten Flaum. Und wenn sie auf meinem Schoß liegt, und ich dieses Flaum besetzte Bäuchlein streichle, ihre Wärme in meine Hände rieselt und ich ihr Schnurren höre, dann kommen mir manchmal die Tränen. Und was gibt es Schöneres als Glückstränen.
Wie ist es mit Euch? Wann und wie empfindet Ihr Glück?











Glück, das muß nichts Großes sein. Ich bin glücklich wenn meine Kinder abends gesund nach Hause kommen. Wenn ich sehe wie gut es meine Katzen geht und ich sie beim schlafen beobachten kann. Sie sehen immer aus als würden sie lächeln. Aber auch das erste zarte Grün im Frühjahr sind Momente die mich glücklich machen. Und Glück bedeutet für mich jeden Tag gut überstanden zu haben.
LG Petra
Glück hatte für mich auch noch nie etwas mit “teuer” zu tun. Glück ist genau das, was eben unbezahlbar ist. In dem Moment, wenn es passiert, einzigartig. Das Gefühl vermittelnd, dass es nur für mich passiert.
Ja, das ist Glück. Für mich.