Es war einmal…
… so beginnen die Märchen. “Es war einmal…”, so können viele von uns auch eine Geschichte beginnen. Das Gute daran ist, dass das Wörtchen “war” dabei eine Rolle spielt, es sich bei der Geschichte also um die Beschreibung von Vergangenheit handelt. Ob damit eine gute oder weniger gute Erinnerung verbunden ist, spielt auch eine Rolle, aber nur sekundär. Wirklich wichtig ist, dass es sich dabei um die Vergangenheit handelt. Heute also nur noch als Erinnerung relevant ist. Wenn überhaupt…
Vorspann erledigt.
In meinem Leben gibt es einige Menschen, die mir wichtig sind oder waren. Darunter befinden sich naturgemäß auch Männer. Einer davon ist vor vor einigen Monaten über den Weg gelaufen – im wahrsten Sinn des Wortes. Am Abend der Vernissage meiner Fotoausstellung bin ich nach Hause gegangen. Gegangen – zu Fuß also. Ungefähr auf der Hälfte des Weges tauchte plötzlich ein Mann aus dem Dunkel auf. Seine Kontur kam mir vertraut vor. Mit gutem Grund. Es war ein Mann, mit dem ich einige Jahre meines Lebens verbracht habe. Lang ist’s her…
Wir sind dann den Weg zurück marschiert, zur Galerie. Es war nett, das Wiedersehen nach so vielen Jahren. Ja, ich habe mich gefreut. Sehr gefreut sogar. Wir haben ein bisschen geredet, er hat sich meine Fotos angeschaut, und bei alle dem haben wir ein Fläschchen Rotwein gelökert. Es war ein schönes Wiedersehen!
Danach haben wir uns dann ein paar Mal getroffen – zum Golf spielen. Und beim Golfen trinke ich keinen Rotwein. Danach schon hin und wieder, aber niemals davor. Und dieser Rotwein war es vermutlich, der das Wiedersehen in so einen rosaroten Schein getaucht hat. Denn dieser Schein hat sich aufgelöst. Und das ist gut so. Denn ich unterliege nicht der Versuchung, olle Kamellen aufzuwärmen. Genau die Dinge, die mich seinerzeit gestört haben, stören mich immer noch. Nur rege ich mich heutzutage nicht mehr darüber auf, sondern nehme sie entweder einfach nur zur Kenntnis. Denn das geht auch. Ohne end- und sinnloses Darüber-Diskutieren-Wollen.
Das ist das (einzig) Gute am Älterwerden: man wiederholt nicht mehr alle Fehler. Weil man eingesehen hat, dass das nichts bringt. Nichts Positives zumindest. Und dass ich damals jahrelang mit Windmühlenflügeln gekämpft habe … darüber kann ich heute nur noch den Kopf schütteln. Und eines ist mir auch klar geworden: alte Liebe rostet doch.










Ich kann diese Ansicht/Einsicht/Weisheit nur bestaetigen, alte Liebe rostet doch.
Beate