Der Busen von Anne Will
Als Kontaktbörse steht der Arbeitsplatz an dritter Stelle sämtlicher Möglichkeiten – noch vor dem Internet. Kein Wunder also, dass das Arbeits-Outfit eine wichtige Sache ist. Ich meine damit nicht Arbeitskleidung, wie den „Blauen Toni“ der Installateure zum Beispiel, sondern ganz normale Klamotten für unterschiedlichste Einsätze. Manche diese Einsätze sind sehr speziell, so auch der von Anne Will am Sonntagabend. Beobachtet von einigen Prozent der deutschen Bevölkerung sitzt sie da, eingerahmt von überwiegend männlichen Talkshow-Kandidaten und führt stets gut gelaunt durchs jeweilige Thema. Dabei zeigt Frau Will nicht nur ihre schönen Zähne, sondern meist auch ihren Busen, zumindest einen Teil davon – vor allem, wenn sie sich einem Gesprächspartner zuneigt.
Beim Busen (streng genommen stecken hinter dem Begriff die weiblichen Brüste, denn der Busen ist das, was dazwischen liegt), handelt es sich um ein sekundäres Geschlechtsmerkmal, und sekundäre Geschlechtsmerkmale sind unter anderem dazu da, potenziellen Sexualpartnern visuelle Reize zu servieren, sie anzulocken – quasi. So, nun frage ich mich, wen Frau Will anlocken möchte. Ihre männlichen Besucher können es ja nicht sein, weil die Moderatorin sich ganz offen zur lesbischen Liebe bekennt. Die wenigen Frauen in der Runde möchte sie vermutlich auch nicht anlocken, weil sie eine feste Lebenspartnerin hat. Warum also, gewährt sie diesen Einblick? Ich habe da so meine Vermutung, und die hat damit zu tun, dass diese Talkshow mehrheitlich von Männern gesehen wird. Und so ein kleiner Einblick in den Ausschnitt einer attraktiven Frau (lesbisch hin oder her) erhöht vermutlich die Einschaltquote. Das ist meine einzige Erklärung, denn Frau Will ist nicht die einzige, die tief blicken lässt. Egal bei welchem Sender – die Damen geizen nicht mit weiblichen Reizen. Das ist richtig auffällig geworden in den letzten Jahren.
Das ist die eine Sache.
Die andere Sache ist die, dass ich es unpassend finde, am Arbeitsplatz den Busen (teilweise) zu entblößen oder auf andere Weise die Blicke auf ihn zu ziehen. Ich erinnere mich da an eine frühere Kollegin, die ihr üppiges Dekolleté grundsätzlich so präsentierte, dass es ein Drittel ihrer Brüste freigab. Falls sie wider Erwarten doch mal hochgeschlossen rum lief, erinnerte das jeweilige Kleidungsstück an eine Wurstpelle. Unter der Pelle kam ein Bügel-BH zum Einsatz, der die ganze Pracht nicht nur nach oben hievte, sondern auch zu prallen Kugeln formte. Dazu gesellte sich der sehr aufrechte Gang der Trägerin – alles in allem kam an diesem aufreizend zur Schau gestellten Körperteil niemand vorbei, ohne einen Blick zu riskieren.
Dabei ist erwähnenswert, dass genau diese Frau ständig darüber lamentierte, von Männern „angemacht“ zu werden. Ich habe die Kollegen oder andere Zeitgenossen, die mit ihr zu tun hatten, beobachtet. Die „armen“ Kerle wussten definitiv nicht, wo sie hin gucken sollten – umgangssprachlich ausgedrückt. Denn natürlich wussten sie es sehr wohl, sie trauten sich nur nicht. Zumindest nicht unverblümt. So huschten ihre Blicke kurz und verschämt über die Oberweite meiner Kollegin und verharrten dann bei einem unverfänglichen Ziel, der tristen Aussicht vor dem Fenster beispielsweise, einem Aktenregal oder einer Topfpflanze. Manche starrten auch einfach nur ins Leere.
Neugierig wie ich bin, habe ich einige der Herren zu diesem Kugel-Thema befragt, und im Zwiegespräch waren sie ganz offen. Manche fanden es „geil“, anderen war es wurscht, einige empfanden es als visuelle Belästigung. Man lese und staune…
Wenn eine Frau ein schönes Dekolleté hat und es gern zeigt, so sei es ihr unbenommen. Doch sie sollte gut überlegen, wo und wann sie ihre „sekundären Geschlechtsmerkmale“ zur Schau stellt und vor allem warum. Weibliche Ausstrahlung kommt auch ohne tiefe Einblicke zur Geltung, meist sogar besser. Und außerdem zählt bei der Arbeit und bei einer (politischen) Talkshow nicht der Inhalt einer Bluse, sondern etwas ganz anderes.










Mit schmunzeln gelesen, liebe Renate, schön geschrieben und wahr. So gerne ich auch mal heimlich dahin schiele, so sehr stört es am Arbeitsplatz und bringt Mann auch in Verlegenheit. Wo dann hingucken? Aus Erfahrung weiß ich, Verborgenes zu erkunden ist viel spannender.
Lieben Gruß
Bernd
Ich stimme Bernd zu: Verborgenes zu erkunden ist viel spannender. Das bezieht sich nicht nur auf weibliche Brüste.
Ich (weiblich und heterosexuell) finde übrigens, Brüste sehen am schönsten aus in mehr oder weniger enganliegenden Rollkragenpullis. Die sogenannten Rollkragenbrüste :-) Und das bezieht sich auch auf Männerbrüste.
Anne Will ist eine sehr hübsche Frau, also darf Sie Ihre Busen zeigen. Use your assets! Sie ist immer sehr diskret.