Das geht mich nichts an!

Eine Sendereihe im Fernsehen verspricht eigentlich immer Qualität. Es dreht sich um den „Tatort“. Die meisten Folgen sind spannend, dramaturgisch gut aufgebaut und von Schauspielern getragen, die ihr Handwerk verstehen. Aus diesem Grund gucke ich Tatort sehr gern.


Vor ein paar Tagen war es mal wieder soweit. Ich weiß nicht, warum die Folge zwei parallel und voneinander unabhängig laufende Handlungsstränge brauchte, und letztlich ist das auch egal, denn der zweite Handlungsstrang ist es, der mich berührt und betroffen gemacht hat. Ein junges Mädchen war weggesperrt. Ausgeschlossen von Familie und Gesellschaft. Eingesperrt in ein dunkles Zimmer. Ohne ausreichende Nahrung und Flüssigkeit. Von Liebe und Zuwendung gar nicht zu reden…

Während der letzten zwanzig Minuten des Filmes liefen mir unaufhaltsam die Tränen runter. Und die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruhte, vergrößerte meine Betroffenheit. Denn immer wieder machte ein kleines Mädchen aus der unmittelbaren Nachbarschaft auf ein zugeklebtes Fenster aufmerksam, hinter dem es ein anderes Mädchen vermutete.

Weil das Mädchen hartnäckig immer wieder versuchte, die Erwachsenen zum Nachforschen zu veranlassen, wurden irgendwann die Nachbarn befragt. „Das geht mich nichts an“, war unter anderem die Antwort.

Im Film wurde das Mädchen in letzter Minute gerettet. Mit massiven und bleibenden Schäden an Körper, Seele und Geist. In der Realität ist das Mädchen gestorben.

Das Wohlbefinden anderer Menschen (auch von Tieren) geht uns sehr wohl was an. Es ist unsere soziale Aufgabe, finde ich. Ganz unabhängig davon, dass wohl jeder von uns sich freut, wenn sich andere um einen kümmern. Anteil nehmen, Hilfe und Unterstützung leisten. In der Not aber auch in ganz alltäglichen Situationen.

20 % der Deutschen sagen von sich, dass sie keine Freunde haben. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie glauben, das Leben anderer ginge sie nichts an … oder sie trauen sich nicht, auf andere zuzugehen. Was letztendlich genauso schlimm ist.

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"Ein Buch, das verzaubert"
Jutta Aurahs
Redaktion "Geliebte Katze"

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