Archiv für die Kategorie „Redensarten“

Jemanden veräppeln – sich über jemanden lustig machen, ihn zum besten halten, ihn verulken.

Ursprung: “veräppeln” kommt vom jüdischen Begriff eppel = nichts. Jemanden zunichte machen…

Die Kirche im Dorf lassen bedeutet: umsichtig und überlegt handeln und denken.

Ursprung: Die Bauwut mancher früherer Epochen, in denen viele Häuser radikal abgerissen und neu gebaut wurden. Dabei sollte vernünftigerweise die Kirche verschont werden.

In der Wolle gefärbt sein bedeutet: echt, treu, gerade, unverfälscht sein.

Wird bereits die Wolle gefärbt und nicht erst das fertige Gewebe, dann hält die Farbe länger.

Treulose Tomate

Die Redensart hat ihren Ursprung in den 20er Jahren. Hintergrund war der erste Weltkrieg. Italien, an sich mit Deutschland verbündet, hielt sich zunächst ganz aus den kriegerischen Auseinandersetzungen heraus, bis es sich 1915 für die Gegenpartei erklärte.

In Italien mit seinem für Tomaten günstigeren Klima wurden seinerzeit schon viele Pflanzen gezogen. In Deutschland waren die „Paradeiser“ dagegen noch einigermaßen ungewöhnlich und selten. Außerdem machte zunächst mancher Fehlschlag die Kultivierung von Tomaten zu einer unsicheren Angelegenheit.

So setzte man die treubrüchigen, Tomaten essenden Italiener mit den so unzuverlässigen (weil noch nicht ohne Rückschläge kultivierbaren) Tomaten gleich. Der Spruch von der “treulosen Tomate” war geboren.

Bedeutung: ohne Vorbereitung reden.

Wie dieser Begriff entstanden ist: Stegreif hieß früher die einfache Ringform des Steigbügels. Königs- oder Fürstenkuriere verlasen die Erlasse ihres Herrn – ohne abzusitzen um dann eiligst weiterzureiten.
(Quelle: Deutsche Redensarten)