30 Jahre – Design und mehr
1982 – frisch verheiratet und noch mit dem Grafikdesign-Studium beschäftigt, wage ich den Schritt in die Selbständigkeit. Denn ähnlich wie mein Vater habe ich keine Lust, mir von anderen vorschreiben zu lassen, was ich tun und lassen soll …

Meine Texte für Anzeigen, Broschüren und Prospekte tippe ich in eine Kugelkopfschreibmaschine und lasse sie dann in der Setzerei auf Fotopapier abziehen. Das schneide ich dann aus und klebe es auf Karton.

Linien und Striche ziehe ich mit Tuschefeder, Logos und Schriftzüge zeichne ich mit Pantonestiften und Plakafarben. Edle Handarbeit!

1986, als eine Vorreiterin im Kollegenkreis, lege ich mir einen MAC zu. 35.000 DM habe ich dafür hingeblättert – inklusive Programmen und Drucker. Und der Bildschirm war nicht farbig, sondern schwarzweiß. Man brauchte ein gutes Vorstellungsvermögen beim Anlegen von Farben.

Nun sind 30 Jahre ins Land gegangen, ich arbeite mittlerweile an einem wunderbaren iMAC und Setzerei und Lithoanstalt gehören der Vergangenheit an. Bis auf die Fotos mache ich meine Arbeit von A-Z am Computer, schicke die Datei an die Druckerei und die Kommunikation mit den Kunden läuft zu großen Teil auch virtuell ab. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile, denn die ich vermisse die vielen persönlichen Gespräche, die neben dem Geschäftlichen zustande kamen.
30 Jahre, eine lange Zeit, in der so einiges an Drucksachen (und anderem) zusammen gekommen ist. Einen kleinen (wirklich sehr kleinen!) Querschnitt habe ich den letzten Tagen zusammengestellt. Das war viel Arbeit,denn einiges davon gibt es gar nicht mehr als Datei, weil ich mittlerweile mit ganz anderen Programmen arbeite. Aber von den meisten Dingen habe ich “Belegexemplare”, und so habe ich in meinem Belegkarton gewühlt, gewählt und gescannt. Das Ergebnis gibt es hier:
Meine vielseitige Arbeit macht mir nach wie vor viel Spaß, ist eine immerwährende Herausforderung und interessante Design-Aufträge sind herzlich willkommen! Und weiterempfehlen darf man mich auch …
Golfplatz Wörthsee im Jahr 2011
Ich sitze ja nicht nur vor dem Computer, sondern spiele auch seit rund 20 Jahre Golf – was sich aus meinem Handicap leider nicht ablesen lässt. Vielleicht fehlt mir auch die dazu notwendige Leidenschaft. Nun, wie dem auch sei – seit Mai 2009 führt der Golfclub auch ein Blog, das ich redaktionell betreue und unter anderem mit Fotos bestücke. Gestern habe ich ein kleines Video produziert – Rückblick auf die vergangenen 12 Monate. Fängt mit Schnee an und hört mit Schnee auf …
Kann man denn davon leben?
Per Zufall bin ich über ein hochinteressantes Fachbuch gestolpert: “Kann man denn davon leben?” heißt es und beschreibt den mühseligen Weg erfolgreicher Selbstvermarktung im Internet.
Ich habe mir das PDF sofort gekauft und hoffe nun mit diesem Artikel und gesetztem Link auf die Printausgabe. Ich nehme ein Buch halt noch gern in die Hand. Da kann man nach Herzenslust unterstreichen, markieren und Eselsohren knicken.
Ein Buch für jeden, der sich und/oder seine Dienstleistungen und Produkte im Internet an dem Mann (und die Frau) bringen möchte. Einfach ist es nicht, das sagen die Autoren Silvia Holzinger und Peter Haas ausdrücklich. Aber … was ist schon einfach heutzutage.Ich hab meine Brötchen früher einfacher verdient, das sage ich ganz offen. Der Grund: Preisdumping aller orten und Preisdrückerei ebenfalls. So meinte der neue Abteilungsleiter eines Kunden, mit dem ich viele Jahre zusammen gearbeitet habe, ich sollte mein Honorar um 75 % kürzen. Das habe ich nicht gemacht!
Mehr Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeit HIER.
Ein wirkliches Schnäppchen: Soundstudio
Da ich immer noch mit Adobe Creative Suite CS 3 arbeitete, habe ich vor ein paar Tagen beschlossen, mir CS 5.5 zu Weihnachten zu schenken, und den Apple-”Löwen” dazu. Eine feine Sache – aber mit dieser Investition allein ist es oft nicht getan, weil andere ältere Programme mit dem Löwen auf Kriegsfuß stehen. Ich musste mir also ein Update des Duden-Korrektors leisten. Eine kostspielige Angelegenheit, denn es kostet schlappe 50 % des Neupreises (Marktführer!). Aber es blieb mir nichts anderes übrig … der Korrektor leistet gute Dienste, obwohl er alles andere als perfekt ist. Er ist sogar weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber da ich viele Texte korrigiere, und nichts so leicht ist, wie Fehler zu übersehen, ist er besser als nichts.
Das war das eine Zusatz-Update.
Ich habe ein Miniatur-Tonstudio, mit dem ich Texte aufnehme. (Ein Multimediafachmann sagte dazu: “Ach, wie niedlich!)
Die Freiheit der Freiberuflerin
7 Grad Außentemperatur zeigt das Thermometer heute. Das sind schlappe 18 Grad weniger als vorgestern – als die Sonne schien, ein Fönwind die Wölkchen über den Himmel schob und ich mir die Freiheit der Freiberuflerin gegönnt habe: am frühen Nachmittag packte ich mein Golfbag ins Auto und fuhr zum Golfplatz.
Ach, was war das schön! In kurzen Hosen und kurzämeligem Shirt schlug ich den kleinen weißen Ball über die Fairways und genoss die laue Brise des Altweibersommers im speziellen und das Leben im allgemeinen.

Ja, das sind die Vorteile der Freiberuflerin: ich kann arbeiten, wann ich will. Das ist ein selbst gewähltes Privileg, dessen ich mir sehr bewusst bin und für das ich auch dankbar bin. Dankbar auch mir gegenüber – dass ich den Mut hatte, vor vielen Jahren den (vermeintlich) sicheren Hafen des Angestelltendaseins und machte mich selbständig.
Ich habe diesen Entschluss nie bereut – im Gegenteil. Ich freue mich jeden Tag über meine Freiheiten. Es ist sehr angenehm, niemand fragen zu müssen. Wann ich arbeite. Was ich arbeite und wie ich arbeite. Ich entscheide alles allein. Manchmal sitze ich bis tief in die Nacht am Schreibtisch und vorm Computer. Dafür liege ich manchmal auch bis 10.00 Uhr in den Federn. Allerdings sitze ich auch sehr oft am Wochenende in meinem Arbeitszimmer – so wie jetzt auch, am Samstag Vormittag. Und hier werde ich sitzen bis zum Abend, und morgen werde ich auch wieder hier sitzen. Aber weil mir mein Broterwerb sehr viel Freude macht, ist er keine wirkliche Arbeit für mich, sondern eine angenehme Beschäftigung, die ich auf keinen Fall missen möchte. Denn aus Langeweile jeden Tag Golf spielen zu müssen … nein, das wäre nichts für mich.
Besonders genieße ich auch die Vielseitigkeit meines Berufs: Design, Fotografie und Text … das sind Bereiche, die prima zueinander passen und wie Zahnräder ineinander greifen. Und besonders schön ist, dass ich mich überall weiter entwickeln kann. Ich ackere ständig Lehrbücher und Tutorials durch, mache Workshops und probiere Neues aus. Immer wieder was zu lernen, zu begreifen und dann in der täglichen Arbeit in die Tat umsetzen zu können – dafür bin ich besonders dankbar. Und das Medium Internet hat auch sehr viel damit zu tun. Egal, welche Informationen zu welchem Thema ich suche – ich werde fündig. Innerhalb weniger Minuten. Das finde ich klasse! Das Internet hat seine Nachteile, dessen bin ich mir sehr bewusst. So wächst der Konkurrenzdruck durch Dumpinghonorare gewaltig. Aber dagegen kann ich nichts machen und konzentriere mich lieber auf die Vorteile: die blitzschnelle Information und die komfortable Kommunikation.
Ja, mein Leben als Freiberuflerin bereitet mir viel Freude. Ist eine ständige Herausforderung und ich möchte nichts anderes machen als das, was ich mache. Denn ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die ihrem Broterwerb nur widerwillig und aus der Not geboren nachgehen. Können einem eigentlich leid tun. Aber irgendwie ist ja jeder auf gewisse Weise auch selbst dafür verantwortlich. Denn wir haben ja die Freiheit der Wahl. Und viele entscheiden sich halt für das Falsche. Aus welchen Gründen auch immer …
Mut gehört zum Leben, auch zum Berufsleben. Mut und die Kraft, auch Durststrecken erleben zu müssen und ertragen zu können. Denn die Tauben fliegen einem als Freiberuflerin nicht in den Mund. Aber der “Lohn der Angst” kommt dann irgendwann. So entwickelt sich auch mein kleiner Verlag, Edition Blaes. Langsam zwar, aber stetig. An diesem Wochenende zum Beispiel sitze ich über dem Design eines Kochbuchs. Italienische Rezepte – einfach und schnell zuzubereiten, aber sehr lecker!
Mit diesem Buch werde ich auch die nächsten Tage noch beschäftigt sein, denn Mitte Novemver soll es fertig sein. Gedruckt sein! Das bedeutet noch ein schönes Stückchen Arbeit. Angenehme Arbeit!
In diesem Sinn wünsche ich ein schönes Wochenende – und Mut und Zuversicht. In allen Lebenssituationen!












