artikel„Abrechnungsbetrug in Arztpraxen kommt vermutlich häufiger als bekannt vor, ist aber schwer zu ermitteln, noch schwerer zu beweisen und wird deshalb von privaten Krankenversicherungen auch nur in Einzelfällen zur Anzeige gebracht. …“ So steht es in einem Artikel von Uli Bachmeier im „Landsberger Tagblatt“ vom 28. 1. 2014.

Ärzten betrügerische Abrechnungen nachzuweisen, scheint also schwierig zu sein. Aus diesem Grund machen „Götter in weiß“  munter weiter, und die Gesundheitskosten steigen und steigen. Was aber, wenn der Beweis klar auf der Hand liegt? Wenn eine Patientin aufsteht und sagt: „Hier ist eine unkorrekte Abrechnung!“ Dann müsste es doch sehr einfach sein, den Betrug bzw. die Betrugsabsicht nachzuweisen – meint der Laie. Tja, wie so oft in juristischen Angelegenheiten irrt der Laie. Aber der Reihe nach …

Aufgrund der Tatsache, dass ich seit sehr vielen Jahren von morgens bis abends an meinem Computer sitze, haben sich in meiner rechten Schulterpartie sogenannte Myogelosen gebildet. Gegen die wollte ich endlich mal was tun und konsultierte meinen Hausarzt, dem ich seit über 20 Jahren mein Vertrauen schenke. Ich sollte einen Orthopäden aufsuchen, meinte er, und das machte ich.

Ich rief in einer orthopädischen Praxis an und bekam sofort einen Termin. Das wunderte mich nicht, schließlich bin ich Privatpatientin. Privatpatienten sind bei Ärzten sehr beliebt, weil die mehr Geld (ein)bringen. Am Donnerstag, 26. 11. 2012, hatte ich den Termin und ich musste auch gar nicht lange warten. Mit wenigen Worten berichtete ich dem Arzt von meinem Problem in der rechten Schulter, und dann untersuchte er mich. Das ging kurz und schmerzlos – und auch relativ wortlos, denn zu erzählen wusste er nicht viel, dafür ordnete er jede Menge Untersuchungen an. Wozu die gut seien, darüber informierte er mich nicht. Dass er dazu verpflichtet gewesen wäre, weiß ich erst heute. Denn bevor eine Untersuchung gemacht werden darf, muss der Patient aufgeklärt werden und muss vor allem seine Einwilligung dazu geben. Das aber nur am Rande …

Dann wollte mich der Arzt dazu überreden, Mitglied in einem Fitnessstudio in München/Schwabing zu werden. (Hier am Ammersee gibt es auch ein Fitnesstudio – nur wenige Minuten entfernt). Ich mag Fitnessstudios aber nicht, sondern mache meine Fitness bevorzugt in der freien Natur.

Dann wollte der Arzt noch meinen Rücken röngtgen – leider hatte das entsprechende Gerät an diesem Tag den Geist aufgegeben.

Dann ordnete der Arzt noch eine MRT-Untersuchung an. Ebenfalls in München. München war mir aber zu weit weg, und ich wollte einen Termin bei einem Röntgeninstitut hier am Ammersee. Das hat dem Arzt gar nicht gepasst, aber ich bestand darauf. Diesen Termin habe ich dann allerdings abgesagt, weil mein Physiotherapeut meinte, diese (teure) Untersuchung sei bei meinem Myogelosen-Problem völliger Quatsch. Was dann auch mein Hausarzt bestätigt hat.

Anfang Dezember erhielt ich die Rechnung für die Konsultation in der orthopädischen Praxis – von einer ärztlichen Abrechnungstelle. Ich schaute mir die Rechnung genau an und wunderte mich. Ich wunderte mich sogar sehr.

Rechnung

Denn sie enthielt vier Positionen, die definitiv nicht erbracht wurden. Denn weder wurden chiropraktische Behandlungen (hätte ich auch keinesfalls zugelassen!) durchgeführt noch eine homöopatische Folgeanamnese (eine Folgeanamnese bedarf übrigens einer Erstanamnese), geschweige denn eine Elektromyographie. Und genau das teilte ich der Abrechnungsstelle per Fax am 6. 12. 2012 mit. Außerdem bat ich um eine korrigierte Rechnung.

Fortsetzung folgt

Betrügerische Arztabrechnung?

Ein Gedanke über “Betrügerische Arztabrechnung?

  • 21. Februar 2016 bei 17:21
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    da bin ich aber gespannt, wie das ausgegangen ist.
    Es heißt ja auch so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser !!!
    Liebe Grüße von Christiane.

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