Monats-Archive: September 2011

Papsttreue?!

Der Papst fordert “unbedingte Papsttreue”. Bei so einer Forderung fehlen mir fast die Worte. Wie kann ein Mensch Treue fordern – mal ganz grundsätzlich gefragt. Treue ist eine freiwillige Leistung. Die kann nicht gefordert werden.

Abgesehen davon könnten die Gläubigen ja auch mal was fordern. Nämlich zeitgemäße Ansichten. Ansichten eines Kirchenoberhauptes, das nicht an mittelalterlichen Dogmen klebt, sondern begreift, dass es in Zeiten der gleichgeschlechtlichen Ehe längst überholt ist, Homosexualität zu verurteilen.

Apropos Homosexualität … unter Erwachsenen ist die ja freiwillig. Und genau die verurteilt Herr Ratzinger. Was aber sagt er zu homosexuellen Aktivitäten seiner Mitarbeiter, die Kinder missbrauchen? Wenig bis nichts.

Und überhaupt … von Sexulität als Freudefaktor, als Teil des menschlichen Lebens, als wesentliches Element unseres Daseins hält der Papst ja auch nichts. Und ich stelle mir in diesem Zusammenhang die Frage: weiß er überhaupt, wovon die Rede ist. Kennt er Sexualität? Aus eigenem Erleben meine ich. Oder kennt er sie nur aus dem Biologieunterricht. Warum lehnt er sie so vehement ab? Außer bei der Absicht, Nachwuchs zu zeugen. Dieser Mann, dieser Papst hat derart anachronistische Ansichten, dass ich sehr gespannt auf seinen Nachfolger bin. Der ist hoffentlich den Menschen und ihren natürlichen Bedürfnissen näher als ein 84jähriger Mann, der nur in der Theorie lebt. In einer mittelalterlichen Theorie. Denn sein Credo ist hoffnunglos überholt, menschenverachtend und nicht zuletzt auch selbstgefällig. Denn vor allem der Papst müsst sich der Tatsache bewusst sein, dass er nur ein Mensch ist. Nur ein Mensch! Ein ganz normaler Mensch. Mit allen Schwächen. Und die hat der Papst. Denn sonst würde er sich nicht erdreisten, Papsttreue zu fordern.

Hoffentlich nimmt sich Angelika Merkel kein Beispiel an ihm. Denn sonst käme sie möglicherweise auf die Idee, Kanzler(innen)treue zu fordern. Das wäre doch mal was …

P. S. am 7. 10.: Hab eben per Zufall entdeckt, dass Kommentare im Spamordner verschwunden sind. Warum, das weiß ich leider nicht. Auf alle Fälle sind sie jetzt online. Danke!

Erkenntnisdruck

Neulich habe ich bei einem Telefonat ein interessantes Wort “gelernt”:
Erkenntnisdruck

Dieses Wort gefällt mir außergewöhnlich gut, beschreibt es doch eine Zeitkrankheit, unter der ich leide. Gott sei Dank nur passiv. Aber das schmerzt schon genug.

Erkenntnisdruck. Ja, ich kenne viele Zeitgenossen, die dem Erkenntnisdruck aus dem Weg gehen, wann und wo immer sie können. Was ich auf gewisse Weise verstehe. Denn Erkenntnis ist wirklich nicht immer angenehm. Geht sie doch einher mit Selbsterkenntnis. Mit dem Bewusstsein, dass man nicht dem Bild entspricht, das man von sich selbst so gern macht: edel, hilfreich und gut.

Ich war ungefähr 19, als ich begriffen habe, dass ich Verhaltensweisen an den Tag lege, die ich verabscheue – an anderen natürlich. Zu erkennen, dass ich sie selbst täglich praktiziere, war eine sehr unangenehme Erkenntnis. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, habe ich begriffen, dass ich mit Be- und Verurteilungen anderer Menschen behutsam und sensibel umgehen muss. Eben – weil ich selbst meinen Ansprüchen nicht genüge. Ich mache Fehler über Fehler*.Vielleicht nicht unbedingt Fehler, aber auf alle Fälle bin ich meinen Gefühlen auf eine Weise ausgeliefert, die ich üerhaupt nicht lustig finde. Meine Gefühle reagieren schneller als der Schall. Gott sei Dank gehe ich damit – allmählich – anders um. Milder. Ich nehme mir selbst nicht mehr alles übel. Grinse im Gegenteil öfter über mich. Weil mit zunehmendem Alter meine Erkenntnis über mich zunimmt. Dazu gehört auch, zu akzeptieren, dass ich Schwächen habe. Und dass ich sie mir nicht übel nehme, sondern versuche herauszufinden, woher sie kommen. Welche Defizite damit kompensiert werden sollen – zumindest versuchsweise. Versuchsweise deshalb, weil Kompensierungen in den wenigsten Fällen wirklich funktionieren. Und deshalb ist es besser, sich der Wahrheit zu stellen. Zumindest der eigenen. Denn die ultimative Wahrheit gibt es ja ohnehin nicht.

Aber zurück zur Überschrift: Erkenntnisdruck. Dieses Wort werde ich in meinem aktiven Wortschatz übernehmen.

Schön wäre es, andere Menschen täten das auch. Es würde so manches Übel in der Welt eliminieren. Denn ohne Erkenntnis funktioniert wenig auf der Welt. Zumindest bei den Menschen …

*Fehler – das ist auch so ein Wort. Eines, über das es sich nachzudenken lohnt.

Petition gegen brutalen Hundemord!

Zur Petition bitte aufs Bild klicken.

Bitte weiter verbreiten. Danke!

Fundsache zur Wahl in Berlin

“Eine Forderung der Grünen war immer, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. Nach dem Erfolg der Piratenpartei am vergangenen Sonntag werden sie sich überlegen, ob das wirklich eine so gute Idee ist.”
Zitat aus einem Artikel von Jan Fleischhauer bei spiegel-online.

Gottschalk und der Papst

Wenn ich gestern bei Jauch’s neuer Talkshow eine Information richtig verstanden habe, wird Thomas Gottschalk sich nächste Woche mit dem Papst in Freiburg treffen … und natürlich eine breite Öffentlichkeit daran teilhaben lassen.

Das wird ganz bestimmt ein Gespräch, bei dem sich dem Zuschauer völlig neue und erstaunliche Erkenntnisse aufzeigen. Denn Gottschalk wird bestimmt neue und erstaunliche Fragen stellen, und der Papst wird bestimmt neue und erstaunliche Antworten geben.

Ach … ich freue mich schon so auf dieses “Event”! Es wird mein Leben erhellen …

Kernkompetenz!

Unsere Bundeskanzlerin, Frau Merkel, ist Physikerin.
Unser Vizekanzler, Herr Rösler, ist Mediziner.

Beide maßen sich an, über wirtschaftliche Dinge nicht nur zu reden, sondern nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Ihre Kernkompetenz (neues deutsches Modewort) liegt also ganz woanders.

Das ist so, als würde ich mir anmaßen, über “Schrödingers Katze” zu referieren. Oder Blinddarmoperationen durchzuführen. Beides mache ich nicht. Und das ist gut so! Im Sinne aller Beteiligten.

Aber in der Politik stellt sich das völlig anders da. Da darf jeder machen, was er mag. Auch wenn er überhaupt keine Ahnung davon hat.

UND WIR WÄHLEN DIESE TYPEN. Ich allerdings nicht mehr …

Buch

"Ein Buch, das verzaubert"
Jutta Aurahs
Redaktion "Geliebte Katze"

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