Monats-Archive: Juli 2011

Kleine Umfrage

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Der eine findet dieses gut, der andere jenes. Mit Farben verhält es sich ähnlich, und in diesem Zusammenhang starte ich hier eine kleine Umfrage. Auf dem Foto befindet sich die Titelseite eines Prospektes, den ich gestaltet habe. Eine Farbe davon ist mein Favorit, die andere die meines Kunden.

Nun wüsste ich gern die Meinung meiner Blogbesucher. Welche Farbe spricht mehr an? Bei der angebotenen Dienstleistung handelt es sich übrigens um eine Seniorenbegleitung. Die Zielgruppe sind also ältere Menschen. Allerdings sollten auch jüngere Menschen angesprochen werden, nämlich die, die für ihre Eltern eine zuverlässige und vertrauenswürdige Begleitung suchen.

Also, welche Farbe ist dein Favorit? Gelb oder blau?

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Handvoll oder Hand voll?

Die Auflösung der Frage gibt es bei “Edition Blaes”.

Es war doch nur eine Katze!?

Völlig paralysiert sitze ich auf dem Sofa und kann es immer noch nicht fassen. Mein geliebter Kuhkater Felix ist vor wenigen Stunden gestorben. Unerwartet und schnell.

Wer denkt, “das war doch nur eine Katze”, weiß nicht, wie wunderbar sich Liebe zu einem Tier anfühlt und verpasst sehr viel in seinem Leben.

Ich bin sehr traurig.

Freu dich doch nicht so!?

Vor Jahren … ist Gott sei Dank wirklich schon Jahre her. Denn wenn ich so darüber nachdenke, kann ich nur den Kopf schütteln – über mich selbst und all die Frechtheiten und Respektlosigkeiten, die ich mir gefallen ließ.

Also, vor Jahren lebte ich mit einem Mann zusammen, den ich zwar sehr mochte, mit dem ich aber überhaupt nicht glücklich war. Die Beziehung war von Anfang an ein einziger Stress. VON ANFANG AN! Und der Stress dauerte bis zum letzten Tag, also dem Tag meines Auszugs. Nachdem ich begriffen hatte, dass sich an diesem unbefriedigenden Dauerzustand nie im Leben etwas ändern würde. Nachdem mir ultimativ klar geworden war, dass (s)ich an dem Stress und meiner latenten Unzufriedenheit nichts ändern würde. Unzufrieden war ich deshalb, weil ich nie so sein durfte wie ich war. NIE! Nein, stimmt nicht ganz, denn in Situationen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, durfte ich so sein, wie ich war. Aber diese Situationen fanden überwiegend nachts statt und machten nur einen Bruchteil der gemeinsamen Zeit aus, konnten also vernachlässigt werden – was meinen Gemütszustand betraf. Denn die wirklich relevanten Dinge des Lebens finden am Tag statt – wenn’s hell ist und man alles klarer sieht als im Dunkeln oder bei schummrigem Kerzenlicht.

Also dieser Mann, der ständig an mir rummäkelte, gab eines Tages diesen Satz von sich. Diesen ganz speziellen Satz, den ich nie im Leben vergessen werde, weil es kaum etwas unsinnigeres gibt. “Freu dich doch nicht immer so!”

In dem Satz stecken zwei Botschaften:
1. Ich soll mich nicht freuen. Mit der Freude ist es aber so wie mit dem Ärger – es freut sich von ganz allein. Ich brauche gar nichts zu machen. Ich komme in eine Situation, in der ich mich gut fühle, die ich als ausgesprochen angenehm empfinde, … und … schwupps … schon freue ich mich. Freude kann man genauso wenig erzeugen wie andere Gefühle. Denn das ist das Besondere an den Gefühlen: sie entstehen von allein und sind deshalb unbestechliche Zeugen unseres Seelenlebens.

Abgesehen davon ist Freude ein wichtiges und lebenserhaltendes Regulativ. Würden wir uns zwischendurch nicht regelmäßig freuen, wäre das unserer Gesundheit sehr abträglich – nehme ich mal an.

2. Das Wörtchen “immer”. “Freu dich doch nicht IMMER so …” Dem Mann ist also aufgefallen, dass ich mich mehrfach freue, Wiederholungstäterin bin, sozusagen. Dass ich mich IMMER wieder freue, seiner Meinung nach grundlos. Kann man sich grundlos freuen? Ich sage: NEIN! In besagter Situation hatte ich mich übrigens über ein ausgesprochen gut gelauntes Gespräch mit einem potentiellen Kunden gefreut. Und mein Lebensgefährte meinte, ich hätte erst Grund zur Freude, wenn das Geschäft unter Dach und Fach sei. Ich sah und sehe das anders …

Nun fragt sich der geneigte Leser vielleicht, warum mir dieser Mann die Freude missgönnt. Darauf gibt es eine eindeutige Antwort: es handelt sich um einen klaren Fall von Neid. Denn er, dieser Mann, findet mit einer schon fast faszinierenden Entdeckergabe an allem und jedem ein Haar in der Suppe. Es gibts nichts, an dem er nicht – zumindest ein kleines bisschen – rummeckern könnte. Ist mein Motto: “Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Positiven”, ist sein Motto genau umgekehrt. Entsprechend rechnet er also dauernd mit dem Negativen, und wenn man sich ein klein wenig bemüht, gibt es in der Tat viele Möglichkeiten, über die man sich aufregen und ärgern kann, zumindest aber besagtes Haar in der Suppe findet. Manche Zeitgenossen fischen es wortlos raus, andere wiederum machen ein großes Theater damit. Ich persönlich finde, es gibt SEHR, SEHR viel Schlimmeres als so ein winziges und harmloses Haar in einer Suppe. Und aus genau diesem Grund werde ich mich weiterhin “grundlos” freuen – und sei es nur über einen Nasenstüber meiner Katze – der mir jedes Mal ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert.

Big brother is watching you

Im Jahre 1978 habe ich den Science-Fiction-Roman “1984″ von Georg Orwell gelesen. Damals dachte ich, was für abstruse Vorstellungen. Heute haben sich diese “abstrusen” Vorstellungen längst selbst überholt, und unser Überwachungsorgan ist vor allem das Internet – allen voran das amerikanische Netzwerkportal “Facebook”.

Ich bin dort auch Mitglied, gehe allerdings mit meinen Daten behutsam um. Veröffentlicht dort nur, was auch jeder auf meinen Blogs erfahren kann. Viele Menschen sind aber wahre Plaudertaschen und geben Dinge preis, die sie vermutlich irgendwann bereuen. Allerdings geben sie auch Dinge unabsichtlich preis, beispielsweise indem sie ihr ganz privates Adressbuch mit Facebook verlinken.

Wie der große Bruder Facebook uns beobachtet und mit den Informationen über uns Milliarden verdient, darüber informiert sehr ausführlich ein Artikel auf “bigbrotheraward.de

Mensch, ärgere dich nicht!?

Neulich war ein Freund zu Besuch. Wir verbrachten einen angeregten Abend an meinem Esstisch, bei italienischem Essen und italienischem Rotwein, und natürlich haben wir auch viel geredet. Unter anderem habe ich von einem Erlebnis berichtet, dessen Ablauf hier nicht relevant ist. Relevant ist aber, dass ich mich darüber aufgeregt habe. Ziemlich. Als Reaktion meinte mein Freund: “Ärgere dich doch nicht, Renate.”

“Ärgere dich nicht, Renate”… na, das ist ja ein drolliger Rat! Klingt so, als hätte ich absichtlich beschlossen, mich zu ärgern. Als sei mir langweilig gewesen und ich hätte überlegt, was ich dagegen tun kann. Mit einer Freundin telefonieren, joggen, ein Buch lesen, mit der Katze spielen, fernsehen … oder … ein bisschen ärgern vielleicht? Ja, ärgern – das ist doch wirklich eine prima Idee!

Dann denke ich in aller Gemütsruhe darüber nach, worüber ich mich so richtig schön ärgern könnte. Male mir – watzlawick-mäßig (“Anleitung zum Unglücklichsein”) – eine Situation aus, über die ich mich maßlos aufregen kann. Eine Situation, in der mich jemand belügt, betrügt oder übervorteilt zum Beispiel. Ich lasse meiner Phantasie völlig freien Lauf und mache das Ganze so lange, bis mir die Galle hochkommt, ich wie Rumpelstilzchen vor Wut fast platze und mich mit Mordgedanken trage. So oder so ähnlich könnte das ablaufen – mit dem bewusst erzeugten Ärger.

Die Realität allerdings sieht anders aus, denn der Ärger ist ein heimtückischer Bursche. Erwischt einen überfallartig, versaut einem die gute Laune in Situationen, wo man an nichts Böses denkt und nur hoffen kann, dass er bald wieder verfliegt. Denn das ist das Gute am Ärger – irgendwann löst er sich in Luft auf. Und deshalb lasse ich ihn auch zu. Lasse meinen Gefühlen freien Lauf – so wie meinen anderen Gefühlen auch. Wenn mir nach Lachen zumute ist, lache ich. Wenn mir nach Weinen zumute ist, weine ich, und wenn ich Ärger spüre, ärgere ich mich.

Allerdings gehe ich dem Ärger auf den Grund. Frage mich, was da in mir abläuft. Meistens hat es was mit Enttäuschung, Erwartung, Verletzung, mangelnder Wertschätzung und gar nicht so selten auch mit Angst zu tun. Oft kommt auch alles zusammen – weil die aufgezählten Begriffe irgendwie zusammengehören, zumindest in enger Verbindung zueinander stehen.

Also ärgere ich mich ein Weilchen. Mal kürzer, mal länger. Irgendwann ist alles wieder gut. Bis zum nächsten Ärger. Der so sicher kommt wie der nächste Regen.



 
Kraeuterbuch kraeuterbuch Buch

"Ein Buch, das verzaubert"
Jutta Aurahs
Redaktion "Geliebte Katze"

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