Monats-Archive: Mai 2010

Köhler ade

“Er war zu schwach … seines Amtes eigentlich nie gewachsen …” und so weiter und so weiter. Mit Dreck zu werfen, ist einfach und erstaunt mich auch nicht. Weil es mehr Spaß macht, einen Menschen zu verurteilen als Verständnis für sein Handeln zu entwickeln. In diesem Fall das Verständnis für die Entscheidung unseres Bundespräsidenten, das Handtuch zu werfen.

“Politisch nicht korrekt … feige … verantwortungslos …Mimose …” Formulierungen dieser Art sind in den Medien zu finden. Ausgesprochen und/oder geschrieben von unsensiblen und überheblichen Medien-Fuzzis, die glauben, ihre Meinung sei der Nabel der Welt. Der Herr Kistler von der Süddeutschen Zeitung gehört dazu. Die Medienwelt versteigt sich in beleidigende, hämische und respektlose Mutmaßungen und reibt sich insgeheim das Fäustchen über so ein wunderbares Schlagzeilen-Futter. Kommt nur ein bisschen zu früh – noch haben wir ja keine Saure-Gurken-Zeit, die kommt immer erst in Ferien- und Urlaubszeiten.

Und selbstverständlich weiß jeder Bescheid. Jeder kennt sich bestens aus in der Gefühlswelt des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Scheinen alle über hellseherische (mediale) Fähigkeiten zu verfügen, die Herren und Damen Journalisten.

Wenn ich mir die (retrospektiven) Ansichten und VerBeurteilungen über Horst Köhlers Kompetenzen so anhöre, so sollten doch alle froh und dankbar sein, dass es endlich weg ist, “das mimosenhafte Weichei”. Die wie immer allwissenden Medienvertreter lassen kein gutes Haar an Köhler – und sollten sich eigentlich schämen. Lediglich Giovanni di Lorenzo stellt eine wohltuende Ausnahme dar, aber der war schon immer ein Journalist der besonderen Art und ein Mann der feinen Töne.

Ich persönlich denke, dass die Vorfälle der vergangenen Woche nicht der Anlass, sondern nur der Tropfen auf den heißen Stein waren. Aber wie gesagt – das ist eine Vermutung, denn weder kenne ich Herrn Köhler persönlich, noch kann ich hellsehen.

Drollige Trolle

Zuerst für die Zeitgenossen, die nicht wissen, was ein Troll (im Internet) bedeutet. Also, Trolle sind mehr oder wenig in der Birne gestörte Typen, denen es Spaß macht, auf Blogs dummes Zeug, Provokationen, Beschimpfungen, Drohungen und ähnliche Sinnlosigkeiten als Kommentar zu posten. Armselige Würstchen, diese Trolle!

Manche solcher Trolle führen selbst ein Blog. Und damit bin ich schon beim Punkt. Ich finde es wirklich sehr drollig, wenn Trolle sich darüber echauffieren, dass auf ihrem eigenen Blog nun andere Trolle ihr Unwesen treiben. Ja, trollende Blogger können so richtig wütend über ihre Kollegen werden. Und daran habe ich wiederum dann meinen Spaß, weil diese Typen nicht merken, dass man alles im Leben irgendwie zurück kriegt, so nach dem Motto: man erntet, was man sät.

Vom “kategorischen Imperativ” haben sie vermutlich auch noch nichts gehört, denn sonst würden sie sich ja nicht so darüber aufregen, dass andere einfach nur das tun, was sie (die Trolle) selbst machen. Wirklich drollig trollig, diese Trolle.

In der Tat, wenn man aufgehört hat, sich über Trolle zu ärgern, kann man richtig Spaß an/mit ihnen haben. Weil sie so leicht zu durchschauen sind und in ihrer Verbissenheit gar nicht mitkriegen, wann sie verarscht werden und wann nicht. Den Trollen ist nämlich nicht nur der kategorische Imperativ ein Fremdwort – die paradoxe Intervention ist ihnen ebenfalls unbekannt.

Tja, so sind sie halt, die Trolle. Blick über den Tellerrand? Nö, dazu sind sie viel zu sehr mit dem (Aus)Löffeln ihrer eigenen Suppe beschäftigt.

Hansedogs Geschichten

Vor ein paar Monaten wurde ich auf ein Internetportal aufmerksam, über das ich hier schon mal geschrieben habe. “Goodnews today” heißt es und hat sich zur ehren- und begrüßenswerten Aufgabe gemacht, sich in Zeiten der Horror-Nachrichten in sämtlichen Medien auf gute Nachrichten zu konzentrieren.

Auf Goodnews today schreiben mittlerweile recht viele Zeitgenossen und und eine davon hat das Pseudonym “Hansedog”. Ich liebe Hansedogs Geschichten! Sie hat so eine wunderbare, selbstironische und und witzige Weise, die Dinge des (ihres) Lebens zu beschreiben, dass mir die Lektüre ihrer Beiträge ein wahres Vergnügen ist. Kurz vor Pfingsten hat sie wieder eine Geschichte veröffentlicht, deren Anfang ich hier reinstelle:

Weihnachten an der See…

Nein, ich bin nicht völlig mallig und weiß auch, dass nun erst einmal Pfingsten vor der Tür steht.
Vorhin auf Twitter brachte Raoul mich auf die Idee, doch diese Geschichte hier zu schreiben.
Das Schreiben musste ich leider aus gesundheitlichen Gründen etwas in den Hintergrund stellen, doch bald schon werdet ihr wieder mehr aus Hansedogs Welt lesen können.

Es war also Weihnachten. Um nicht zu sagen, es war erst einmal nur Heiligabend. Ich war von Juist zu meinen Eltern nach Emden gefahren, denn ich war schließlich frisch entlobt und wollte das Fest der Liebe nicht wirklich alleine auf der Insel verbringen. Fuhr am Vormittag des 24. 12. mit der Fähre aufs Festland und auf der Fähre war bald genau so viel Wasser wie unter der Fähre, denn immer wenn ich das Wasser sah, musste ich daran denken, dass da drin mein schöner Verlobungsring lag und der „schönste Mann der Insel“ doch nur ein Wolf im Schafspelz war.

Völlig verheult kam ich dann irgendwann auch in Emden an und mein Vater holte mich ab und sagte mir, dass meine Mutter schlechte Laune hat…

Die köstliche Geschichte kann man hier weiterlesen.

Der Teleprompter

Ach, was waren das noch Zeiten. Der Nachrichtensprecher oder sein weibliches Pendant, hatte einen Packen Nachrichtenblätter vor sich, und die las er oder sie brav ab. Direkt vom Blatt, mit gesenktem Blick – meistens. Nur einige Satzteile, die man sich im Voraus merken konnte, wurden dann ins Publikum gesprochen – Aug in Aug.

Tempi passati.

Heutzutage gibt es den Teleprompter. Eine wunderbare technische Errungenschaft, die vor allem in Nachrichtensendungen eingesetzt wird. Da wird dem Zuschauer vorgegaukelt, der Nachrichtensprecher habe schauspielerische Fähigkeiten. Dies insofern, dass ein Schauspieler seinen Text auswendig lernen muss. Dass dies gar nicht so einfach ist, demonstriert die Existenz des Souffleurs oder der Souffleuse, das sind die Herrschaften , die im Theater ganz unten sitzen, oft unter einer neckischen Muschelschale, und bei Texthängern “soufflieren”.
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Katie Melua – was für eine Stimme!

Vorgestern hab ich Götz Alsmann geguckt. Unter anderem trat eine Jazzsängerin auf, deren Gesang und Ausstrahlung mir Gänsehaut über den Rücken gejagt hat. Katie Melua heißt die Dame, und sie hat eine wunderbare Stimme, mit der sie wunderbare Songs zum Besten gibt. Netterweise habe ich vorhin auf meinem iTunes einige Stücke von ihr entdeckt, und dabei habe ich mich erinnert, dass ich eine CD von ihr geschenkt bekommen habe. Ist schon eine Weile her, und ich verstehe gar nicht, warum ich so lange brauchte, um mich für diese Sängerin zu begeistern.

Aber besser spät als nie … gilt übrigens für andere Lebensbereiche auch.

Surfen

Vor ein paar Monaten habe ich diese Diapräsentation produziert. Eine Auftragsarbeit als Geschenk für einen Windsurfer.

Die wunderbare Chillout-Musik ist von Max Melvin aus der CD “Seaside” und passt wie die Faust aufs Auge zum Thema “surfen”. Max Melvin, alias Andres Bruhn, habe ich übrigens vergangenes Jahr persönlich kennengelernt. Ein außerordentlich sympathischer und hilfsbereiter Zeitgenosse – und ein hervorragenden Musiker und Komponist.

Buch

"Ein Buch, das verzaubert"
Jutta Aurahs
Redaktion "Geliebte Katze"

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