Archiv für November 2008
Mein Blog “nie wieder jung” bei Brigitte-Online wurde von Anfang an sehr gern gelesen. Die beliebtesten Beiträge gibt es als Taschenbuch. “Mit einem Lächeln durchs Leben” heißt es und ist für die eine oder andere Freundin, Schwester, Mutter oder Kollegin bestimmt ein schönes Geschenk.

Es kostet 12,95 Euro und wer es jetzt bestellt, bekommt dazu als kleines Dankeschön eine CD mit drei von mir geschriebenen und gelesenen Weihnachtsgeschichten. Ein schönes Musikstück ist auch dabei. Zum Bestellen einfach eine Mail an mich schicken: info[at]renateblaes.de

Eine kleine Kostprobe aus der CD gibt es hier:
“Fahr nach Freiburg. Wer weiß, ob du sie noch mal siehst”, sagen meine Freunde. Ich fahre nicht. Ich weiß, es ist noch nicht die richtige Zeit.

Sie ist wieder im Krankenhaus. Das dritte Mal in fünf Jahren. Nach dem schweren Herzinfarkt, bei dem alle Ärzte mir damals sagten: „Erstaunlich, daß sie noch lebt.“ Bei dem ich zwei Wochen von morgens bis abends an ihrem Bett saß, ihr die Angst vor den kleinen Teufeln nahm, die sie holen wollten, mit ihr redete, mit ihr schmuste, sie fütterte, ihr Gutenachtgeschichten vorlas, mich in ihre Arme verkroch, ihr Mut zusprach, mit ihr lachte, mit ihr schwieg, ihr einen Teil der Geborgenheit zurückgeben konnte, die ich selbst in einem solchen Moment so intensiv erlebte.
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Meine liebe, kleine Mama,
morgen brennt zum zweiundzwanzigsten Mal die Kerze. Genau wie damals, als du am ersten Advent beschlossen hast, deinem Herzschlag Einhalt zu gebieten und alles hinter dir zu lassen. Deinen Mann, deine Kinder, deine Kochtöpfe, deine Wäsche, den Staub in deiner Wohnung, das Unkraut, das Gemüse und die Beeren in deinem Garten, deine schmerzenden Glieder, deine Müdigkeit, deine Medikamente, deine mit Krimskrams vollgestopften Schubladen, deine geheimen Verstecke mit den Leckereien für deine Enkel, die Vorabendserien im Fernsehen, die Pralinen aus dunkler Schokolade von ‘Feodora’, deine Singer-Nähmaschine, die sauer eingelegten Schwedenhappen aus der ‘Nordsee’, die Weihnachtsabende mit Salzkartoffeln, Sauerkraut und Weißwürsten in Polnischer Soße, die mühseligen Stufen vom Keller in den zweiten Stock, die Abende voller Lachen am Esstisch in der Küche, wenn Papa nicht da war, das schlechte Gewissen, wenn du mal wieder vergessen hattest, das Licht im Badezimmer auszuknipsen, deinen steifen Rücken, die lästigen Körnchen in deinem Gebiss, die Schwierigkeiten, aus der Wanne zu klettern, das Kuscheln mit mir auf dem Sofa, während wir uns die Vorabendserien reinzogen, das Unverständnis des Menschen, mit dem du fast fünfzig Jahre verheiratet warst, den Duft des Frühlings, die Kälte des Winters, die lauen Sommerabende bei Bärbel auf der Terrasse, die wunderbaren Gespräche beim Abendessen im ‘Alten Wirt’ im Glottertal, die Telefonate mit mir, die Patschhände deiner Enkelkinder …
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Zum angekündigten halben Meter Neuschnee fehlt noch einiges. Doch immerhin hat es vergangene Nacht tatsächlich geschneit.

Unter lauten faulen Äpfeln
ist die Auswahl nicht groß.
William Shakespeare








