Meine “emotionale Befindlichkeit”
Aus gegebenen Anlass, der hier nicht relevant ist, habe ich vorhin mit einer Freundin ein Thema besprochen, nämlich eines, das mich mein Leben lang begleitet. Mich begleitet der Vorwurf der “emotionalen Befindlichkeit” – mit diesen wörtlich zitierten Worten schlage ich mich seit meiner Kindheit rum.
Denn immer wieder werde ich mehr oder weniger deutlich mit folgenden Aussagen/Vorwürfen
“Sag doch nicht immer, was du denkst!”
“Heul nicht!”
Fäkalsprache, Tabubruch und Hygiene
Bei Brigitte-Online, wo ich die Ehre habe, meinen “Gruftiblog” führen zu dürfen, wurde vor kurzem ein Buch – sehr ausführlich – besprochen, dessen Titel ich hier nicht nennen werde, weil ich nicht die Absicht habe, noch mehr Werbung dafür zu machen. Es ist ein Buch, dessen Autorin es sich angeblich zur Aufgabe gemacht hat, endlich mit einem Tabu aufzuräumen, nämlich der Hygiene. “Die Hygiene ist die Lehre von der Verhütung von Infektionskrankheiten und der diesbezüglichen Erhaltung und Festigung der Gesundheit bzw. in der Alltagssprache auch Sauberkeit…” so steht es bei Wikipedia.
Nach der Absicht hinter dem Buch gefragt, meinte die Autorin, wir lebten in einer Art Hygienewahn und dem wolle sie entgegen treten. Abgesehen davon, ich ihr diese Aussage nicht abnehme, sondern – neben legitimer Verkaufsabsicht – ganz andere Ambitionen unterstelle, konnte ich persönlich in den über fünfzig Jahren, die ich hier lebe, bei meinen Beobachtungen alles mögliche feststellen…
“Die Renten sin sische…”
Ich bin politisch nicht sonderlich interessiert. Und das hat seine Gründe, denn seit ich denken kann, fühle ich mich von Politikern verarscht.
Ich war so um die zwanzig, als ich einen Freund hatte, der im Wirtschaftsministerium arbeitete – an einer Stelle, die Auslandskredite vergab. „Renate, du kannst dir nicht vorstellen, wie es da zu geht“, meinte der Freund eines Tages. „Ob vier Prozent Zinsen, viereinhalb oder fünf … das wird einfach Pi mal Daumen festgelegt…“. Dass es dabei letztendlich um sehr viel Geld geht, das war den Kreditgebern egal. War ja nicht ihr Geld, sondern das des Steuerzahlers.
Später dann kam die Strauß-Affäre ans Licht. Der betrügerische Herr Strauß wurde aber nicht gefeuert, sondern stieg die Leiter noch höher.
Birgit Bauers heiße Maschen
Birgit Bauer, Mitautorin bei meiner nächsten Katzenbuch-Anthologie, schreibt nicht nur, sondern strickt auch. Und das macht sie ganz exquisit, wie man hier sehen kann.

Flatternde Frühlingsboten
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Unter diesem Motto bekam ich vorhin Post von Christiane. “Statt Blumen” stand auf der beiliegenden und sehr hübschen Karte.
So sah das süß verpackte Geschenk von außen aus.

Und der Inhalt flattert nun frühlingshaft-fröhlich an meiner “Designer”-Lampe in meinem Arbeitszimmer.

Ganz herzlichen Dank, liebe Christiane, über diese Überraschung habe ich mich sehr gefreut!
P. S.: Blumen würden nur wenige Tage meine Wohnung schmücken – die kleinen Flatterlinge dagegen ewig.
Flaschen, Inhalte …
Ich besitze eine Bar. Genauer gesagt besteht die Bar aus zwei Würfeln mit Zwischenbrett. Und oben drauf stehen Flaschen. Gefüllte Flaschen. Nahezu jeder Mensch, der zum ersten Mal meine Wohnung betritt, bleibt stehen, wirft eine Blick auf meine Bar und denkt vermutlich: aha, Alkoholikerin.

Ich kann diesen Gedanken verstehen. Tummeln sich in/auf meiner Bar doch sehr viele Flaschen – alle hochprozentigen Inhalts: Martini, Kirschwasser, Sherry, Grand Marnier, Rum, Grappa, Amaretto, Marsala, Punt é Mes, Portwein, Aperol. Pernod, Cassis. Nouilly Prat, Whisky, Gin, Himbeergeist, Pflümliwasser, Holler-Sirup, Holler-Likör (die beiden letzteren selbst angesetzt), Wodka, Sake…
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