Monats-Archive: Dezember 2007

Eine (Rotwein)Erkenntnis

So um ein Uhr nachts – Der Mensch ist ja viel lockerer, intensiver, ehrlicher, wenn er ein Glas zuviel getrunken hat. Das habe ich gerade. Ja, ich bekenne es. Und weil man in so einem Zustand ja sehr ehrlich – sich selbst gegenüber – ist, frage ich mich gerade, warum ich eigentlich dieses Blog führe. Nicht nur dieses, auch andere, beispielsweise das bei Brigitte, das sich nach wie vor erstaunlicher Beliebtheit erfreut.

Na, es ist ja wohl verständlich, dass so ein beliebtes Blog bei Brigitte das Renommee erheblich erhöht. Ja, klar, zwanzigtausend Klicks im Monat und mehr, das ist doch was. Doch was habe ich davon? Die Menschen lesen, denken sich ihren Teil (oder auch nicht) und das war’s dann. Also, wozu das Ganze? Um wahrgenommen zu werden? Ja, klar, das auch. Wer von uns möchte nicht wahrgenommen werden. Wir lechzen doch alle danach. Zu Recht. Doch womit wird man denn eigentlich wahrgenommen? Da muss man schon mit Spektakulärem aufwarten. Irgend etwas, das die Medien interessiert. Die seriösen, natürlich. Nicht die Bildzeitung. Wobei diese ja die höchste verkaufte Auflage hat, in Deutschland. Was man daraus lernt, ist auch nicht relevant. Denn, je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass all das Gelabere von Seriosität und wirklichen Werten im Grunde kein Schweinchen interessiert. Wer das Gegenteil behauptet, möge mir das beweisen.
Also frage ich mich gerade, welches Thema könnte die Menschheit tatsächlich interessieren. Ich vermute – sehr bange – dass die Dinge, die mich interessieren, nur sehr wenige interessieren. Doch … manche interessiert es doch. Und das allein reicht schon als Motivation, für so ein “ulkiges” Blog.
Und dass ich mal – so ganz öffentlich – bekenne, dass ein Gläschen Rotwein weniger heute auch nicht geschadet hätte, ist für mich was ganz Neues. Denn, ich bekenne ein weiteres Mal: in so einem losgelösten Zustand lasse ich meinen Gedanken mehr Freiraum als im “nüchternen” Zustand. Ja, das ist so. Ich bin sentimentaler, ich bin rigoroser, ich denke weiter innerhalb meiner eigenen Grenzen. Ich bin mit meinen Gefühlen näher bei mir. Traue mir mehr zu – in meinem (Selbst)Urteil. Ob das gut ist oder nicht, das werde ich morgen beurteilen. Obwohl … ich kenne die Antwort bereits. Auf gewisse Art und Weise verstehe ich Menschen, die Drogen nehmen. Obwohl ich nach meinem ersten Hasch-Rausch (vor dreißig Jahren) beschlossen habe, darauf zu verzichten. Und das habe ich konsequent durchgehalten.
P. S.: Heute hat mich meine Schwester angerufen, weil ich ihr ein Weihnachtspäckchen geschickt habe. Darin war unter anderem ein Paar Socken. Von mir selbst gestrickt. Sie habe bereits zwei paar Socken, sagte sie mir, und die reichten ihr eigentlich. Ich gebe zu, diese Aussage hat mich mehr getroffen als ich mir eingestehen möchte. Das stelle ich gerade jetzt fest, mit diesem Gläschen Rotwein zuviel. Vielleicht war es auch nicht zuviel, sondern gerade das richtige Quantum…
P. P. S.: Dass die meisten meiner sogenannten Freunde dieses Blog gar nicht lesen, ist wirklich schade. Denn dann wüssten sie doch ein bisschen mehr von mir. Andererseits ist es wiederum gut – für mich …
P. P. P.S: Dass die meisten Menschen sich nicht trauen, über das zu reden, was sie wirklich bewegt, das bewegt mich wiederum. Ich finde es einfach Sch … schade. Denn ich interessiere mich tatsächlich für das, was andere denken und tun, was sie mögen und was nicht. Erfahrungsgemäß sind solche Themen die lebhaftesten. Und man kommt sich dadurch nahe wie durch kaum etwas anderes.
P. P. P. P. S.: Ach, ich bin einfach traurig und ein bisschen enttäuscht …. aber trotzdem geht es mir gut. Denn ich bin mir meiner zwiespältigen Gefühle bewusst, und auf meinem Schreibtisch liegen zwei Katzen. Sie liegen da, weil sie gern in meiner Nähe sind … das ist Glück. Und rotweinbeduselt Gedanken in die Tastatur zu klappern ist auch nicht schlecht… vielleicht ein Anfang für einen (Bestseller)Roman. Denn ich werde jetzt endlich meinen vierten Roman schreiben. Gedanklich liegt er schon lange in der Schublade. Aber die Zeit war noch nicht reif dafür. Vielleicht jetzt… Er hat mit solchen Gedanken wie oben zu tun. Mit dem richtigen Leben halt…
P. P. P. P. P. S.: Mein Freund Michael würde jetzt bestimmt sagen, “mein Gott, Renate, wie kannst du solche privaten Gedanken in die Öffentlichkeit werfen”. Mal abgesehen davon, dass sie sowieso kaum jemand lesen wird, ist es mir auch wirklich egal. Unabhängig vom Rotwein. Ich habe nichts zu verbergen. Ich habe nichts zu beschönigen. Ich bin Renate.

Elternprüfung!?

Vorgestern habe ich einen ganz besonderen Tatort gesehen. Es ging um eine sehr junge Mutter, die völlig überfordert war. Die Sache ging letztlich gut aus, doch hat der Film aus sehr anschauliche Weise gezeigt, wie schwierig es – vor allem für junge Mütter – sein kann, Beruf und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen besonders dann, wenn der Vater sein eigenes Leben lebt .

Gerade in letzter Zeit häufen sich in den Medien Berichte über überforderte Mütter und Eltern. Und das gibt sehr zu denken, denn Kinder sind ja keine Sachen, derer man sich schnell entledigen kann, wenn sie lästig geworden sind. Und da liegt das Problem: ein Kind zu zeugen, ist das einfachste von der Welt. Es liebevoll aufzuziehen, ihm all das zu geben, was es braucht, um ein emotional und sozial gefestigter Mensch zu werden, das hingegen ist nicht so einfach, im Gegenteil. Ich denke, das ist eine umfangreiche, diffizile und in hohem Maße verantwortungsvolle Aufgabe. Doch jeder kann und darf ein Kind in die Welt setzen, so wie es ihm passt.

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Winter am Ammersee

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Engelsflügel

Es gibt Menschen – zu ihnen zählt der Mann, dessen Name ich trage – die runzeln bei dem Begriff „Weihnachten“ unwillig die Stirn, und wenn sie könnten, würden sie die ganze Angelegenheit aus dem Gedächtnis streichen oder am liebsten abschaffen. Der Grund dafür ist vermutlich ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit.

Bei bei meinem Exmann war das ganz eindeutig der Fall. Er musste sich als keiner Junge Weihnachten nämlich immer in Schale schmeißen, was heißt, er musste ein Anzügchen anziehen und sich ein Krawättchen umbinden. Weigerte er sich, drohte Gänsebraten-Entzug und Stubenarrest. Da er Gänsebraten aber liebte und Stubenarrest hasste, ließ er sich breitschlagen und warf sich alle Jahre wieder zähneknirschend in die von seiner Mutter geforderten Klamotten. Seitdem hegt und pflegt er eine intensive Abneigung gegen Weihnachten und alles, was damit zu tun hat.

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Weihnachtsgeschenk

Gerade brachte mir der Briefträger einen Karton. Darin: Tassen mit Motivhenkeln. Das ist ein schönes Geschenk für Menschen, die man liebt.
So bekommt meine Freundin Ruth eine Tasse (Gott sei Dank hat sie keine Zeit, das Blog zu lesen) mit Kuhhenkel – weil sie auf dem Land lebt. Meine katzenliebende Schwester (die hat gar keinen Computer) bekommt eine Katze mit Katzenhenkel, und wer die Tasse mit dem Maushenkel bekommt, das verrate ich hier nicht.

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Auf die Tassen kann man ein individuelles Foto anbringen lassen. Ist gar nicht so teuer, knapp neun Euro. Die Qualität ist hervorragend, nur ist es für die Haltbarkeit des Motivs besser, die Tasse nicht in die Spülmaschine zu stecken.

Und in der Tasse haben jetzt auch noch ein paar Süßigkeiten Platz.

Ja, ja, die Freunde ….

Über so manche “Freunde” habe ich hier ja schon lamentiert. Und von einigen habe ich mich aus ganz bestimmten Gründen verabschiedet. Und wie es so schön heißt: wo Platz frei wird, entsteht Raum für Neues.

Ja, an dem Spruch ist was Wahres dran. Denn in den vergangenen Jahren sind mir Menschen begegnet, mit denen mich das eine oder andere freundschaftliche Band verbindet. Christiane zählt dazu. Und von ihr habe ich heute Post bekommen. Eine wunderbare CD mit weihnachtlichem Chillout. Das ist eine schöne Überraschung. Ganz herzlichen Dank, liebe Christiane!
Herzliche Grüße an dich und die Leisetreter – von deiner Renate

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"Ein Buch, das verzaubert"
Jutta Aurahs
Redaktion "Geliebte Katze"

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